- Dienstag, 5. Juli 2005
- 10.15 – ca. 11.15 Uhr
- Restaurant «Au Premier», Hauptbahnhof Zürich
Neue Studie über die Herausforderung der EU-Osterweiterung für die Schweizer Industrie
Die Sozialpartner der MEM-Industrie sind sich bewusst, dass die EUOsterweiterung weit reichende Auswirkungen auf die Entwicklung des Werkplatzes Schweiz haben wird.
Die von der BAK Basel im Auftrag der Sozialpartner der schweizerischen MEM-Industrie erstellte Studie analysiert die Frage, wie die Wettbewerbsfähigkeit
der Schweizer MEM-Industrie gegenüber derjenigen in den neuen EU-Mitgliedstaaten zu beurteilen ist. Zudem analysiert die Studie die Chancen
und Risiken dieser neuen Märkte.
Aus der Studie resultieren folgende Kernaussagen:
- Die Investitionsgüterindustrie hat in der Schweiz eine höhere Bedeutung, aber ein geringeres Wachstum als in den neuen EU-Ost-Ländern.
- Die Lohnstückkosten in der Schweiz 2003 liegen im Gesamtdurchschnitt 20% über denjenigen der EU-Ost-Länder. Die Durchschnittszahlen variieren je nach Branchenbereich und Land stark nach oben und nach unten.
- Die Arbeitskosten blieben in der Schweiz zwischen 1995 und 2004 praktisch konstant. In den EU-Ostländern nahmen sie im selben Zeitraum um beinahe 8% zu.
- Die EU-Ost-Länder weisen stärkere regionale Unterschiede als Westeuropa und insbesondere die Schweiz aus.
- Die Standortfaktoren Innovationsfähigkeit, Unternehmensbesteuerung, Regulierung der Produkt- und Arbeitsmärkte und die Infrastrukturqualität sind in der Schweiz im Vergleich zu den EU-Ost-Ländern vorteilhaft.
- Der gute Ausbildungsgrad der Beschäftigten ist ein Wettbewerbsvorteil gegenüber den EU-Ost-Ländern, diese holen aber rasch auf.
- Mit einer hohen Aussenhandelsverflechtung und einer hohen Investitionsquote sind die EU-Ost-Länder für die Schweizer MEM-Industrie ein potentieller Wachstumsmarkt.
Aus der Studie sowie aus eigenen Beobachtungen kann geschlossen werden,
dass Unternehmen, die von ausländischen Direktinvestitionen profitieren,
einen Nutzen aus den bedeutend tieferen Arbeitskosten ziehen und
damit eine hohe Konkurrenzfähigkeit aufweisen.
