Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Anrecht auf einen angemessenen Anteil am Wachstumserfolg
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Die Gewerkschaft Unia hat heute an einer Pressekonferenz in Neuenburg ihre Forderungen im Hinblick auf die Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrages der Uhren- und Mikrotechnikindustrie vorgestellt. Unia fordert unter anderem eine Verbesserung der Mindestlöhne sowie der AHV-Überbrückungsrente und eine Reduktion der Arbeitszeit –denn die Arbeitnehmenden sollen an den Erfolgen beteiligt werden, die sie erarbeiten.
Der Forderungskatalog ist das Ergebnis von ausführlichen Überlegungen und Diskussionen innerhalb der Gewerkschaft Unia. Er gründet auch auf einer Umfrage der Unia, die etwa 11'000 Beschäftigte der Branche erreicht hat und von etwa 2000 Personen beantwortet wurde, was einer erfreulichen Rücklaufquote von 20 % entspricht.
Die Gewerkschaft Unia hat beschlossen, folgende Forderungen aus sechs grösseren Themenkreisen zu stellen, nämlich:
- Verbesserung des Mindestlohnsystems bei der Anstellung, insbesondere für die nicht qualifizierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
- Verbesserung der AHV-Überbrückungsrente, damit die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die ihre Erwerbstätigkeit zwei Jahre –heute ein Jahr –vor dem ordentlichen AHV-Alter aufgeben wollen, in den Genuss einer höheren Rente kommen.
- Kürzung der Arbeitszeit, mit der Hauptforderung nach einer Erhöhung der Feriendauer oder abwechselnden 4- und 5-Tagewochen.
- Massnahmen zur Regulierung und Einschränkung von Temporäranstellungen.
- Stärkung der gewerkschaftlichen Präsenz in den Unternehmen und Schaffung einer paritätischen Kommission zur Überwachung des GAV.
- Änderungen im Bereich der Sozialversicherungen und zugunsten von Familien, insbesondere: Erhöhung des Arbeitgeberanteils an den Arzt-, Arznei- und Spitalkosten; Verbesserung der Lohnausfalldeckung im Krankheitsfall; Massnahmen zur Vorbeugung und Behandlung von Stress und anderen Gefahren für die Gesundheit; Ausweitung des Adoptionsurlaubes auf den Vater (gilt heute nur für die Mutter); Erhöhung des (bezahlten) Urlaubs für den Vater bei der Geburt des Kindes von 3 auf 5 Tage.
Die schweizerische Uhrenindustrie befindet sich heute in einer guten Verfassung. Die Uhrenexporte konnten in den letzten Jahren ein eindrucksvolles Wachstum verzeichnen. Zwischen 2000 und 2003 wurde vier Mal die Marke von 10 Milliarden Franken überschritten; im Jahr 2004 erreichten die Exporte schon 11,11 Milliarden. Und für das Jahr 2005 rechnet man mit einem neuen Rekord!
Zahlen, die Jean-Claude Rennwald, Mitglied der Unia-Geschäftsleitung und verantwortlich für die Uhrenindustrie, zur Schlussfolgerung veranlassten: „Es sind in hohem Mass die Arbeitnehmerinnen 2/2 und Arbeitnehmer, die zur hervorragenden Verfassung der schweizerischen Uhrenindustrie beigetragen haben, durch ihren Einsatz, ihre Fachkompetenz, ihr Können, ihre Geschicklichkeit im Umgang mit immer komplizierteren Geräten. Aus diesem Grund haben die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein Anrecht auf einen angemessenen Anteil am Wachstumserfolg.“
Dieser GAV betrifft 33'000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus der Uhrenbranche (von total 40'000) und läuft am 31. Dezember 2006 aus. Die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft Unia und dem Arbeitgeberverband der Uhrenindustrie beginnen am kommenden 18. Oktober.
Die Mitglieder der Verhandlungsdelegation der Uhrenindustrie, welche auch an der Medienkonferenz teilnahmen, sind:
- Jean-Claude Rennwald, Geschäftsleitungsmitglied und verantwortlich für die Uhrenindustrie
- Sylvie Cristina, Gewerkschaftssekretärin Unia Genf
- Nicolas Rochat, Gewerkschaftssekretärin Unia Vallée-de-Joux
- Jean-François Rossel, Gewerkschaftssekretärin Unia Transjurane
- Eric Thévenaz, Gewerkschaftssekretärin Unia Neuchâtel

