300 Millionen Franken für Gleichstellung!

Arbeitgeber sparen massiv Krankentaggeldbeiträge

Seit dem 1. Juli  2005 ist die Änderung der Erwerbsersatzordnung in Kraft. Sie ermöglicht arbeitstätigen Frauen bei der Geburt eines Kindes einen 14-wöchigen Mutterschaftsurlaub bei 80% des vorher bezogenen Lohnes. Dies ist nach 50 Jahren Kampf für eine Mutterschaftsversicherung der Sieg einer minimalen gesetzlichen Lösung, die vor allem aufgrund der tiefen Kosten überzeugte. Mit dieser Mutterschaftsversicherung werden die Arbeitgeber massiv Krankentaggeldbeiträge sparen. Die Unia-Frauen fordern, dass dieses Geld in die Gleichstellung im Erwerbsleben investiert wird.

 

Unia fordert: grosszügigeren Mutterschaftsurlaub beibehalten

Der gesetzliche Mutterschaftsurlaub von 14 Wochen garantiert jeder arbeitstätigen Frau nach der Niederkunft einen zu 80% bezahlten Urlaub. Diese Regelung ist zwar begrüssenswert, jedoch nur sehr minimal angelegt. Die Unia fordert weitergehende Lösungen und fordert von Betrieben, die einen grosszügigeren Urlaub hatten, diesen auch beizubehalten, wie dies die Unia als Arbeitgeberin auch tut.

 

Bessere Rahmenbedingungen für Frauen im Erwerbsleben schaffen

Weil die Mutterschaftsversicherung neu über die Erwerbsersatzordnung finanziert wird, werden die Krankentaggeld-Prämien um 300 Millionen Franken pro Jahr sinken. Die nun wegfallenden Arbeitgeberbeiträge an die Krankentaggeldversicherung sollen, so forderte die Unia-Frauenkonferenz schon anfangs März, in die Gleichberechtigung investiert werden. Die Arbeitgeber sind aufgefordert, die frei werdenden Mittel für bessere Rahmenbedingungen für die Frauen im Erwerbsleben zu verwenden. Dazu gehört einerseits

  • eine Mutterschaftsversicherung, die die Leistungen16 Wochen lang zu 100% des Lohnes garantiert.

Andererseits soll das Geld für

  • den Ausbau familienexterner Kinderbetreuungsangebote oder
  • in einen Eltern- oder Vaterschaftsurlaub eingesetzt werden, damit Erwerbs- und Familienarbeit für Frauen und Männer besser vereinbar werden.

 

Wenn sich die Rahmenbedingungen im Erwerbsleben für Frauen nicht ändern, wird das Arbeitsleben eine Frauenfalle bleiben. Diese ernüchternde Bilanz unterstreicht die internationale WEF-Studie (pdf als Download), in der die Schweiz in einem Vergleich von 58 Ländern bezüglich der Gleichstellung von Frau und Mann auf dem 34. Rang landet.