Für sichere Arbeitsplätze in der Bau- und Holzwirtschaft
EFBH/BHI-Aktionsprogramm für ein soziales und grünes Europa
In den meisten europäischen Ländern hat die Weltwirtschaftskrise die Bauwirtschaft hart getroffen. Bis in diesem Jahr wird die Bautätigkeit in Europa im Vergleich zum Jahre 2008 um ungefähr 13% zurückgehen. Mit einer Abnahme von fast 40% ist der Rückgang im Neuwohnungsbau katastrophal. Mehr als 2 Millionen Arbeitsplätze sind gefährdet. Bis Mitte 2009 hat die Beschäftigung in der europäischen Bauwirtschaft um mehr als 7% abgenommen, mehr als eine Million Arbeitsplätze sind verlorengegangen. Und die Krise ist bei weitem noch nicht vorüber. In vielen Ländern - beispielsweise Spanien, Irland, den baltischen Staaten, Ungarn, Rumänien - erwartet man dieses Jahr noch einen weiteren Rückgang der Bautätigkeit und der Arbeitsplätze im Baugewerbe. Der Rückgang in der Bauwirtschaft führt seinerseits zu einer abnehmenden Nachfrage von Holzprodukten und demzufolge zu einem erheblichen Verlust an Arbeitsplätzen im Holzsektor. In der europäischen Bau- und Holzwirtschaft insgesamt können bis zum Jahresende mehr als zwei Millionen Arbeitsplätze verlorengehen, dies würde die Arbeitslosenquote erheblich steigern. Trotzdem wird der Stellenverlust von der Qualität und Kontinuität der Förderprogramme und deren Umsetzung in den jeweiligen Ländern sowie von den möglichen Initiativen auf EU-Ebene abhängen. Förderprogramme in den verschiedenen europäischen Ländern hatten zweifelsohne einen positiven Effekt auf die Bau- und Holzwirtschaft. Trotzdem zeigt die Sachlage in vielen Ländern, dass die Tragweite und Orientierung dieser Programme oft nicht ausreichte. Außerdem neigen die Regierungen wegen der zunehmenden öffentlichen Defizite dazu, Förderprogramme einzuschränken oder gänzlich einzustellen. In der Holzwirtschaft hat sich das Problem des unlauteren Wettbewerbs in den internationalen Märkten wegen der Krise noch zugespitzt. Als der Wettbewerb in voller Wucht loslegte, haben Produzenten aus Ländern wie China ihren Marktanteil in der EU wesentlich erhöht. Die EU sollte dagegen vorgehen und den unlauteren Wettbewerb mit illegal eingeschlagenem Holz und durch die Ausbeutung von Arbeitnehmern dank einer wirksameren Kontrolle des Holzprodukthandels eindämmen. Die Arbeitsmarktlage wirkt sich auch auf die Qualität der Arbeitsplätze in der Bau- und Holzindustrie aus. Die Löhne senken, weil der Anteil prekärer Arbeitsverhältnisse - z. B. Zeit- und Leiharbeit und Scheinselbständigkeit - offensichtlich größer wird. Das Risiko des Lohn- und Sozialdumpings in Europa nimmt zu. Die Sachlage erfordert Aktion. Die Gewerkschaften im Bau- und Holzsektor appellieren deshalb an die Europäische Union und die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten und der Nicht-EU-Mitgliedstaaten in Europa.
