Die Fakten
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Jugendarbeitslosigkeit und Lehrstellenkrise - Das sind die Fakten:
Ende 2003 warteten 20'000 Jugendliche auf eine Lehrstelle. Ende 2005 waren es mehr als 22'500. Nächstes Jahr wird sich die Warteschlange wohl um 5'000 verlängern. Und die Behörden machen nichts: der Bundesrat ist nicht einmal bereit, sein Versprechen einzuhalten. Er hatte nämlich mehr Geld für die Kantone versprochen und hat es schliesslich abgelehnt, die finanzielle Unterstützung aufzustocken.
Nur jedes fünfte Unternehmen bildet Lehrlinge aus. In den 80er Jahren bildete jedes dritte Unternehmen aus. Die Wirtschaft entzieht sich also der Verantwortung. Ohne Lehrstellen keine Berufsbildung und kaum Zukunftschancen für die Jugend!
Die Zahl der Lehrstellen suchenden SchulabgängerInnen wächst stärker als die Zahl der Lehrstellen – dieses Jahr viermal so stark. Diese Tendenz wird sich bis mindestens 2008 verstärken. Wir müssen also jetzt handeln.
Wer keine Lehrstelle findet, landet oft in einer sogenannten Übergangslösung (z.B. 10. Schuljahr, Praktikum, Motivationssemester, Sprachenaufenthalt). Gut ein Viertel muss auf eine solche „Lösung“ ausweichen. Diese Lösungen sind keine Ausbildungsplätze, sondern nur eine Warteschlange zum Ausbildungsplatz.
Offiziell sind 5,4 Prozent der jugendlichen Unter-25-Jährigen als arbeitslos angemeldet. Das sind 30'000. Die Dunkelziffer ist aber viel höher, denn die Hälfte meldet sich nicht bei der Arbeitsvermittlung und fällt daher aus der offiziellen Statistik heraus. Die wahre Quote von jungen Erwerbslosen liegt eher bei 10%. Laut der SAKE-Studie vom Bundesamt für Statistik gibt es in der Schweiz mehr als 50'000 junge Erwerbslose und 48'000 Jugendliche, welche gerne mehr arbeiten möchten.
Die jungen MigrantInnen sind bei der Lehrstellensuche diskriminiert. Während mehr als 80% der jungen SchweizerInnen einen Ausbildungsplatz finden, hat nur knapp die Hälfte der Jugendlichen mit ausländischer Herkunft eine Lehrstelle. Oft reicht ein „ausländisch“ tönender Name für eine Absage.
Die Jugendlichen sind bereits heute von der Armut bedroht. Jedes zehnte Kind ist arm und in den grossen Städten ist jeder dritte Sozialhilfeempfänger jung. Wenn für die Lehrstellenkrise und die Jugendarbeitslosigkeit keine Lösung gefunden wird, wird sich dieser skandalöse Zustand bestimmt nicht verbessern!
Die Anzahl der sogenannten „working poors“ (Menschen, die arm bleiben, weil der zu niedrige Lohn bei einer 100% Anstellung die Lebenskosten nicht deckt) nimmt drastisch zu. Darüber freuen sich die Arbeitgeber: So viele Menschen, welche bereit sind, jede Arbeit zu jedem Lohn und zu jeder (noch so schlechten) Arbeitsbedingung anzunehmen!
Fazit: Jetzt handeln statt Morgen jammern! Die Unia-Jugend hat Lösungsvorschläge!
Dani Hügli, Unia-Jugend-Mitglied, hat eine umfassende Diplomarbeit zum Thema Jugendarbeitslosigkeit verfasst. Die findest du hier:

