Anke Schöps

Sekretärin/Assistentin ABB, SMUV-Kongressdelegierte, Unia-Vorstand Sektion Baden, 62

 

„Einigkeit macht stark. Deshalb bin ich ganz klar für die Fusion. Vereint sind wir schlagkräftiger und können gegenüber Arbeitgebern und in der Politik mehr ausrichten. Das ist nötiger denn je, denn momentan treten viele Arbeitgeber das, was wir Gewerkschaften mühsam erkämpft haben, mit Füssen. Im Kanton Aargau leben wir die Fusion bereits seit zwei Jahren. Im Vorstand der Sektion Baden sind alle drei Gewerkschaften vertreten. Es klappt bestens - schliesslich kämpfen wir alle für das gleiche.“


Philippe Hängärtner

Mühlenbauer, Jugenddelegierter SMUV Ostschweiz, 19

 

„Dies ist mein erster Gewerkschaftskongress. Ich finde es gut, dass auch Redner aus dem Ausland teilnehmen und eine internationale Solidaritätserklärung verabschiedet wurde. Zur Fusion habe ich natürlich Ja gesagt. Zusammenspannen ist immer gut. Es macht auch administrativ Sinn. Es ist wichtig, dass Unia auch eine Gewerkschaft für die Jugend ist. Deshalb sind wir Jungen auch hier – um unsere Anliegen in der Gewerkschaft einzubringen. Die Unia-Jugend wird unter anderem dafür kämpfen, dass in den Gesamtarbeitsverträgen auch die Lehrlinge einbezogen werden.“


Verena Mbwana-Brügger

 

Fachfrau für Gebäudereinigung, VHTL-Kongressdelegierte, Interessengruppe VHTL-Frauen, 50

 

 

„Ich habe Ja gestimmt zur Fusion. Die Stimmung bei der Gewerkschaft VHTL ist aber gemischt. Viele sind nicht ganz überzeugt von der Fusion zu Unia, wissen aber, dass es keine andere Möglichkeit gibt. Der Grund für die kritische Haltung ist die Befürchtung, dass der kleine VHTL und erst recht wir Frauen in der neuen Grossgewerkschaft Unia untergehen werden. Dabei hätten wir viel zu bieten: Die Gewerkschaft VHTL ist bereits jetzt eine interprofessionelle Gewerkschaft, die Frauen sind, auch in Führungspositionen, gut vertreten, die Basismitglieder haben viel zu sagen, und der Umgang miteinander ist menschlich. Wir werden weiterhin dafür kämpfen, dass diese Kultur in Unia nicht untergeht.“


Rosario Garghentini

Elektromechaniker, Co-Präsident der Fachgruppe Migros, Kongressdelegierter VHTL, 51

 

„ Ich habe Ja gesagt zur Fusion. Alle Gewerkschaften waren seit jeher fusionierte Gebilde, entstanden aus kleinen Gruppierungen. Wir müssen uns zusammenschliessen, um dem Sozialabbau die Stirn zu bieten. Die Gewerkschaft VHTL kann in die neue Grossgewerkschaft viel einbringen – weil sie bereits jetzt viele verschiedene Berufsgruppen vereint. Ausserdem hat der VHTL seine Qualitäten im Detailhandel unter Beweis gestellt: Wir haben lange für Mindestlöhne von 3300 Franken gekämpft und es schliesslich erreicht. Ich wünsche mir, dass wir mit der neuen Gewerkschaft erreichen, dass wir GewerkschafterInnen unsere Arbeit tun können, ohne von den Arbeitgebern daran gehindert zu werden.“


Stephan Bolliger

Sachbearbeiter SMUV, Mitglied und Kongressdelegierter VHTL-Jugend, 21

„Einerseits freue ich mich über die Fusion, denn es ist eine Chance. Andererseits trauere ich noch ein bisschen der Auflösung der eigenen Gewerkschaft hinterher. Ich habe mich stark damit identifiziert. Doch das positive Gefühl überwiegt. In der Jugendgruppe Bern arbeiten wir ja schon lange alle zusammen. Bisher mussten wir mit Anliegen aber jeweils an alle drei Geschäftsleitungen gelangen. In Zukunft wird es nur noch eine sein, was die Arbeit erleichtert. Mit Unia wollen wir nun die Jugendstrukturen in der Gewerkschaft verbessern und die Anliegen der Jugend mehr zum Thema machen.“


Elvira Zoller

Erzieherin, SMUV-Präsidentin Sektion St.Gallen-Rohrschach, Kongressdelegierte, 48

„Das neue Unia-Logo ist einfach supergeil! Ich bin begeistert. Dass die Fusion zu Unia nun beschlossene Sache ist, hat mich aufgewühlt. Mir fehlen ein bisschen die Worte. Es ist etwas Einmaliges. Am SMUV-Kongress gestern war ich eine der fünf, die Nein stimmten. Der Grund: Ich hatte das Gefühl, dass es noch zu früh ist. Wir sind in der Ostschweiz etwas in Verzug mit den Fusionsvorbereitungen. Nun ist es aber beschlossen, und wir müssen unsere ganze Energie in dieses Projekt stecken. Am Kongress hatte ich die Möglichkeit, mit GewerkschafterInnen aus dem Aargau zu sprechen. Dort funktionieren sie ja bereits seit langem als Unia. Das zeigt, dass es geht.“


Mario Bertana

Strassenbauarbeiter, Induno Ocona (Varese/I)

 

"Ich bin einer der Zehntausenden Grenzgänger im Tessin und bin immer für das Zusammengehen in einer grossen Gewerkschaft eingestanden. Diese Fusion dient uns Mitgliedern und Arbeitnehmer/-innen von der Basis. Ich glaube, dass alle Gewerkschaftsmitglieder dieselben Probleme und dieselben Erwartungen haben. Eine grosse Gewerkschaft ist auch für die Schweiz die beste Lösung, nicht nur für die Arbeiter/-innen, sondern für die ganze Gesellschaft. Die 200'000 Unia-Mitglieder, multipliziert mit ihren Familienangehörigen, können einen grossen Einfluss entwickeln, um die sozialen Bedingungen für uns zu verbessern."


Peter Lenggenhager

Betriebsfachmann, Kongressdelegierter und SMUV-Präsident Unterregion Thurgau, 53

„Ich fühle mich wie erlöst. Endlich ist die Fusion zustandegekommen. Wir haben lange auf die Unia-Fahne gewartet. Vor acht Jahren haben wir im Thurgau begonnen, die Vorstandssitzungen gemeinsam mit der GBI durchzuführen. Anfangs sassen sich zwei Fronten gegenüber. Dann, als wir uns besser kannten, lief es gut. Wir merkten, dass wir ja die gleichen Probleme und Ziele haben. Deshalb bin ich zuversichtlich für die Fusion, auch auf nationaler Ebene. Meine Erwartung an Unia ist, dass sie nahe bei den Mitgliedern ist."


Sandra Habersaat

GBI-Angestellte Winterthur, Gast, 18

"Zuerst war ich nicht so einverstanden mit der Fusion. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass die Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaften mit solch unterschiedlichen Mentalitäten funktionieren kann. Doch jetzt freue ich mich auf die Fusion. Ich hoffe, dass viele Mitglieder neu dazukommen, und es kaum Abgänge gibt. Viele Junge sind bisher nach der Lehre aus der Gewerkschaft ausgetreten. Das muss sich ändern. Mit einer 50%-Stelle für die Jugend haben wir bei Unia Zürich die Voraussetzungen für gute und kontinuierliche Jugendarbeit geschaffen. Ausserdem erwarte ich von Unia grosse Events und starke Streiks. Das geht nur, wenn sich die Beteiligten finden und gut zusammenarbeiten."


Fredy Amherd

Naters, Lonza-Mitarbeiter

Ich habe bereits die Fusion von GBH und GTCP zur GBI miterlebt. In den Jugendgruppen haben wir aber schon damals das Zusammengehen früher praktiziert – obwohl die Jugendarbeit etwas belächelt worden ist. Das scheint auch heute noch ein Problem der Gewerkschaftsbewegung zu sein, und das muss ändern. Ich hoffe, dass an der ersten Unia-Demo am 30. Oktober das Bewusstsein unserer neuen Identität in jeder Beziehung spürbar und sichtbar wird. Am neuen Erscheinungsbild sollte es jedenfalls nicht liegen – ich bin positiv überrascht von unserem Unia-Logo.