Jetzt reicht’s! Schluss mit antigewerkschaftlichen Kündigungen!
Betroffene unterschreiben den offenen Brief gegen antigewerkschaftliche Kündigungen |
Die Schweiz schützt aktive Gewerkschafter/innen nur äusserst schwach gegen missbräuchliche Kündigung. Dies wäre aber dringend notwendig. Im benachbarten Ausland ist es selbstverständlich, dass die aktiven Gewerkschafter/innen bei der Wahrnehmung ihrer Vertretungsaufgaben geschützt werden. Gerade in der Krise konnten zahlreiche gewerkschaftliche Personalvertreter/innen einen Kahlschlag verhindern und Stellen sichern.
Mit ihrer passiven Haltung verletzen die Schweizer Behörden internationales Recht. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) hat deshalb eine Klage bei der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) eingereicht. Der SGB wird den entsprechenden Ausschuss der IAO mit neuen Fällen dokumentieren. Die Schweiz ist wegen des mangelnden Schutzes aktiver Gewerkschafter/innen von der IAO bereits verurteilt worden.
Die Unia ihrerseits wird einen besseren Kündigungsschutz unter anderem auch in den Gesamtarbeitsvertrags-Verhandlungen zu verwirklichen suchen.
Offener Brief an den Bundesrat
An einer Tagung in Bern am 4. September 2009 haben 60 aktive Gewerkschafter/innen, darunter viele Mitglieder von Personalkommissionen und Betroffene, einen besseren Kündigungsschutz von gewerkschaftlichen Vertrauensleuten gefordert
Sie beschlossen eine Kampagne „Jetzt reicht’s! Schluss mit antigewerkschaftlichen Kündigungen!“ zu lancieren, welche den Skandal dieses mangelnden Schutzes öffentlich darstellen soll. Wesentlicher Teil dieser Kampagne ist ein offener Brief von Personalvertreter/innen in den Betrieben an den Bundesrat, worin dieser aufgefordert wird, endlich für einen effizienten Schutz zu sorgen.

