Schutzmassnahmen bei Hitze und Ozon



 

Die Klimaerwärmung findet statt, die Luftverschmutzung nimmt zu. Hitzetage sind immer häufiger. Die Arbeitnehmenden spüren die ausserordentlichen Gesundheitsbelastungen besonders deutlich. 

 

Dieser Eindruck wird von den SpezialistInnen bestätigt. Extreme Temperaturen und starke Sonneneinstrahlung, hohe Feuchtigkeits- und Ozonwerte, verbunden mit anstrengender körperlicher Arbeit belasten den menschlichen Organismus sehr stark, nicht nur bei Arbeit im Freien.

 

Sonnenstich, Hitzschlag, Hornhautentzündungen, Hautkrankheiten bis hin zu Hautkrebs, Leistungsabfall und damit verbunden Unfallrisiko, Erschöpfungszustände, Erhöhung der Infektionsallfälligkeit sind einige der möglichen Auswirkungen.

 

Wie können Arbeitgeber vorsorgen?

Ein Stück weit kann sich der Arbeitnehmer / die Arbeitnehmerin selbst dagegen schützen: kühle Getränke regelmässig zu sich nehmen (NB: kein Alkohol!), schon bevor der Durst sich einstellt, vor allem Früchte und Gemüse essen, Sonnenschutzcrème verwenden, mit bedeckender Kleidung und Kopfbedeckung arbeiten (NB: Helmobligatorium gilt auch im Hochsommer !), Sonnenbrille verwenden – das sind die wichtigsten Empfehlungen.

 

Allerdings werden damit die Belastungen nicht reduziert. Man kann ihnen lediglich besser begegnen. Um die Belastungen zu reduzieren, braucht es vor allem organisatorische und technische Massnahmen: Arbeitszeiten so festlegen, dass hohen Hitze- und Ozonwerten ausgewichen wird, besonders belastende Arbeiten auf den Vormittag legen, mehrere kleinere Pausen an kühlen Orten vorsehen, bei extremen Bedingungen Arbeit einstellen, die Arbeitnehmenden anhalten, die Arbeit bei Unwohlsein sofort zu unterbrechen und auch auf Schwächezeichen von KollegInnen zu achten, das Innere von Gebäuden (über Nacht) abkühlen, Sonnenstoren einbauen und Ventilatoren verwenden, usw. Bei solchen Massnahmen sind vor allem die Unternehmer gefordert. Weitblickende Arbeitgeber stellen sich rechtzeitig darauf ein, solche Massnahmen umgehend treffen zu können. Sie stellen vor der Hitzeperiode ein Notfallkonzept bereit und instruieren die Arbeitnehmenden, sie beobachten die Wetterentwicklung und besprechen rechtzeitig mit (!) den Arbeitnehmenden die notwendigen Massnahmen.

 

Für den Nichtfachmann und die Nichtfachfrau ist es allerdings nicht immer einfach zu entscheiden, wann welche Schutzmassnahmen erforderlich sind. Und vor allem sind nicht alle Arbeitgeber für das Thema genügend sensibilisiert, um den erforderlichen Massnahmen die notwendige Beachtung zu schenken - ebenso wie auch Arbeitnehmende teilweise die Problematik unterschätzen.

 

Konkrete Regeln für Schutzmassnahmen

Neben flächendeckender Information und klaren Empfehlungen braucht es prioritär Regeln darüber, wann welche Schutzmassnahmen verbindlich zu treffen sind.

 

Die Gewerkschaft Unia will diesen Sommer auf zwei Ebenen beitragen, diese Ueberlegungen in konkrete Massnahmen vor Ort umzusetzen:

 

  1. Mit den auf der eigenen Homepage aufgeschalteten Informationen und Hilfsmitteln sollen möglichst zahlreiche konkrete Aktivitäten zum Schutz der Arbeitnehmenden bei extremer Hitze (im Freien und in Gebäuden) angeregt und ermöglicht werden. Die Sektionen der Unia werden sich engagieren, um vor Ort mit eigenen Aktivitäten präsent sein. (Kurzfristige Zielsetzung)

  2. Die Gewerkschaft Unia will dazu beitragen, das vom seco, kantonalen Arbeitsinspektoraten und der Suva entwickelte Dokument „Arbeit bei Hitze im Freien … Vorsicht !“ vor Ort zu testen. Das Dokument findet sich unter den Dokumenten „Hitze / Ozon - Hilfsmittel“ weiter unten auf dieser Seite: Lesen Sie das Dokument, besprechen Sie es mit Arbeitnehmenden und Artbeitgebern vor Ort, testen Sie es selbst und vor allem schreiben Sie uns Ihre Meinung und Erfahrungen. Die Unia setzt sich dafür ein, dass das Hilfsmittel aufgrund der diesjährigen Testphase angepasst und später dann verbindlich eingeführt wird. (Mittelfristige Zielsetzung)

 

Selbstverständlich stehen wir Ihnen für weitere Auskünfte jederzeit gerne zur Verfügung. Wir sind auch an Ihren Ueberlegungen, Erfahrungen und Vorschlägen zum Thema interessiert.

 

Kontaktieren Sie uns!

 

Hilfsmittel: „Schutzmassnahmen bei Hitze und Ozon“

 

Die nachfolgenden Angaben führen Sie zu Hilfsmitteln, die es Ihnen erlauben, für Arbeit bei Hitze (im Freien und in Gebäuden) die richtigen Schutzmassnahmen zu treffen. Wenn Sie auf Ihre Fragen keine Antwort finden: Kontaktieren Sie uns!

 

„Für einen heissen Sommer ohne Gefahren!“: Checkliste Unia in 7 Sprachen

Datei Sprache Beschreibung Dateigrösse
20061129_ozon_d.doc D Checkliste der Gewerkschaft Unia für eine erste Einschätzung der Arbeitssituation und der Schutzmassnahmen 59 KB
20061129_ozon__f.doc F Französisch 57 KB
20061129_ozon_i.doc I Italienisch 58 KB
20061129_ozon_serb_kroat.doc S/K Serbokroatisch 89 KB
20061129_ozon_alb.doc ALB Albanisch 66 KB
20061129_ozon_port.doc P Portugiesisch 63 KB
20061129_ozon_esp.doc SP Spanisch 66 KB

Hilfmittel von Suva, Seco und SBV

Datei Sprache Beschreibung Dateigrösse
d_Arbeit_bei_Hitze_im_Freien_-_Checkliste_Dt_-_seco_Juli_2006.pdf D Arbeit bei Hitze im Freien … Vorsicht! Ein Beurteilungshilfsmittel des seco 67 KB
HitzeOzon_ArbeitimInnern_2004__D.pdf D Hilfsmittel zur Einschätzung der Risiko- bzw. Belastungssituation am Arbeitsplatz und zur Definition von verbindlichen Schutzmassnahmen bei Arbeit in Gebäuden, seco 187 KB
HitzeOzon_A3_ArbeitimFreien_secoSuvaSozialp_2004_D.pdf D Leporello mit allgemeinen Informationen und Empfehlungen für die Arbeit bei grosser Hitze 174 KB
d_Arbeit_bei_Hitze_auf_Baustellen_-_CL_Dt_-_Suva_Juli_2006.pdf D Arbeit bei Hitze auf Baustellen, Info-Blatt der SUVA 164 KB
d_Arbeit_bei_Hitze_im_Freien_-_Flyer_Dt_-_seco_Juli_2006.pdf D Flyer: Arbeit bei Hitze im Freien, seco 715 KB
BFA39d.pdf D Bauarbeit bei grosser Hitze, Beratunsstelle für Arbeitssicherheit des SBV 133 KB

NB: die beiden oberen Hilfsmittel werden diesen Sommer erprobt und anschliessend überarbeitet: Beiträge hierzu sind sehr erwünscht!