Industrie im Umbruch
|
Der industrielle Sektor befindet sich in einem ständigen Umbruch. Technologische Erneuerung und gestiegene Produktivität zeigen, dass die Industrie auch in der Schweiz eine Zukunft hat. Trotz massiven Rationalisierungen und Auslagerungen arbeitet immer noch mehr als eine halbe Million Menschen in einem Industriebetrieb, die Hälfte davon in der Maschinenindustrie.
Der Sektor Industrie der Unia wird mit etwa 40'000 Mitgliedern starten. Gut die Hälfte davon arbeiten in der Maschinenindustrie, knapp 10'000 in der Uhrenindustrie, etwa 5000 in der Chemie und die Übrigen verteilen sich auf die Bereiche Lebens- und Genussmittel, Textil und Bekleidung sowie Papier und Zellstoffe.
Es ist absehbar, dass sich die Rationalisierungen fortsetzen und der internationale Konkurrenzdruck für die Schweizer Industrie noch verschärfen werden. Weitere Auslagerungen, Restrukturierungen steigender Flexiblisierungsdruck und noch intensivere Arbeitsrhythmen werden das Leben unserer Mitglieder prägen. Die Modernisierung der Berufe und die steigenden Ansprüche an Bildung und Weiterbildung werden zu neuen Ungleichheiten und Trennlinien unter den Beschäftigten führen, da nicht alle in den Genuss entsprechender Bildungsangebote kommen.
Die Unia muss in diesem unsicheren Umfeld Antworten auf die Entwicklung der industriellen Arbeitswelt und auf die Probleme unserer Mitglieder anbieten. In erster Linie wollen wir auf dem Terrain – d.h. bei den Beschäftigten in den Betrieben, Branchen und Sektionen – stärker präsent sein. Die bevorstehende Erneuerung der GAV in den industriellen Schlüsselbranchen nutzen wir, um auch bei den Angestellten Fuss zu fassen. Sie sind das wichtigste Wachstumssegment innerhalb der Industrie. Wir müssen die Aushöhlung des GAV-Systems durch die Arbeitgeber verhindern, bestehende GAV verbessern und neue verwirklichen. Schliesslich wollen wir auch die Beteiligung unserer Mitglieder an den demokratischen Entscheidprozessen innerhalb der Unia ausbauen und unsere Zusammenarbeit mit den gewählten Personalvertretungsgremien in den Betrieben intensivieren.

