Zukunft Schwarzarbeit? Jugendliche Sans-Papiers in der Schweiz


Das Buch "Zukunft Schwarzarbeit? Jugendliche Sans-Papiers in der Schweiz" berichtet über die Ergebnisse der Studie "Und ständig diese Angst" (siehe unten) und lässt betroffene Jugendliche selbst zu Wort kommen.

 

Details:

Pierre-Alain Niklaus/Hans Schäppi (Hrsg.): "Zukunft Schwarzarbeit? Jugendliche Sans-Papiers in der Schweiz", 144 Seiten, Fr. 22.-, edition 8

 

Das Buch kann online bestellt werden.

 

Pierre-Alain Niklaus, Aufbau und Leitung der Anlaufstelle für Sans-Papiers Basel

Hans Schäppi, Mitglied Arbeitsgruppe Sans-Papiers der Eidgenössischen Ausländerkommission

 

„Und ständig diese Angst“

„Und ständig diese Angst“, eine Studie von Petra Leuenberger im Auftrag der Anlaufstelle für Sans-Papiers in Basel und der Hochschule für soziale Arbeit Bael

 

Hauptergebnisse:

  • Omnipräsente Angstgefühle: Jugendliche Sans-Papiers wachsen mit einem permanenten Gefühl der Angst und Unsicherheit auf. Angst aus ihrem gewohnten sozialen Umfeld herausgerissen zu werden; Angst, dass die Eltern am Abend nicht nach Hause kommen, weil sie von der Polizei kontrolliert worden sind; Angst, sich andern gegenüber zu öffnen; Angst, abends auf die Strasse zu gehen. Angst vor der unsicheren Zukunft.
  • Fehlende berufliche Perspektiven nach einer meist gelungenen schulischen Integration: Die Jugendlichen haben sehr konkrete Vorstellungen, was sie beruflich machen möchten. Ohne Aufenthaltsbewilligung bleibt ihnen aber praktisch nur der Weg in die Schwarzarbeit.
  • Erhöhte Schwierigkeiten im Ablösungsprozess von den Eltern: Die Befreiung von elterlicher Fürsorge und Kontrolle ist schwierig, da Rebellion, Regelverstösse, innerer Rückzug etc. existentielle Folgen nach sich ziehen können.
  • Bewältigungsstrategien: Die meisten Bewältigungsstrategien zielen darauf ab, die Folgen des illegalen Aufenthaltes erträglich zu machen: Ignorieren, verdrängen, Situation als „normal“ umdeuten, Vergleich der hiesigen Situation mit der im Herkunftsland, Selbstbeschränkung, mit andern darüber sprechen, kurzfristig ausbrechen, Mütter zur Heirat überreden.

 

Handlungsbedarf:

  • Vereinfachte Regularisierung für Familien mit Kindern
  • Verzicht auf Zwangsmassnahmen gegen Familien mit Kindern: Die Angst vergiftet das Leben tausender von Sans-Papiers-Kindern in der Schweiz. Mit einem Verzicht der Kantone, bei Wegweisungen von Familien mit Kindern Zwangsmassnahmem anzuwenden, könnte die schlimmste Angst der Sans-Papiers-Kinder gemildert werden.

Dokumentation der Pressekonferenz vom 4. April 2007

Datei Sprache Beschreibung Dateigrösse
070404_brief_leuthard.pdf D Offener Brief an Bundesrätin Doris Leuthard 20 KB
Sans-Papiers_pressetext_marper.doc D "Das Potenzial der Sans-Papiersn Jugendlichen nicht vergeuden"; von Margarida Pereira, Gewerkschaft Unia 108 KB
Text_Lachat_dt_def1.doc D "Die Rechte von Kindern und Jugendlichen ohne geregelten Aufenthaltsstatus"; von Martine Lachat Clerc, Terre des hommes - Kinderhilfe 24 KB
Text_Pierre-Alain__PK_4.April.doc D "Die Entstehung des Buches"; von Pierre-Alain Niklaus, Leiter der Anlaufstelle für Sans-Papiers Basel 22 KB
Text_hsc_dt_def.doc D „Ich mach dieselben Dinge wie alle Jugendlichen, der einzige Unterschied ist, dass für mich die Angst immer da ist“; von Hans Schäppi, Mitglied der Arbeitsgruppe Sans-Papiers der Eidgenössischen Ausländerkommission 22 KB