Ladenöffnungszeiten





 

Stress, Druck und kaum planbare Arbeitszeiten – darunter leiden viele Verkäuferinnen und Verkäufer, wenn in einem Kanton die Ladenöffnungszeiten verlängert werden. Kein Wunder, sprechen sich in Umfragen jeweils über 90% der Angestellten und ein guter Teil der kleinen und mittleren Gewerbetreibenden gegen die Verlängerung der Ladenöffnungszeiten aus.



Mit Unia erfolgreich für bessere Arbeitsbedingungen

Aargau

Die Gewerkschaft Unia engagierte sich erfolgreich in der Abstimmung gegen zusätzliche Sonntagsverkäufe im Aargau.
>> Medienmitteilung

 

St. Gallen

Im Kanton St. Gallen siegte die Unia im Kampf gegen eine Liberalisierungsvorlage.
>> Medienmitteilung

 

Genf

Zusammen mit Detailhandelsangestellten setzte sich die Unia in Genf erfolgreich gegen längere Ladenöffnungszeiten ein.
>> Medienmitteilung

 

Tessin

Im Tessin kämpft die Unia zusammen mit den Arbeitnehmenden gegen die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten.
>> Artikel aus der Zeitung area

 

Basel

Verkäuferinnen und Tertiär-Verantwortliche der Unia machen in Basel mit kreativen Aktionen gegen weitere Sonntagsverkäufe und eine vollständige Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten mobil.
siehe Blog ladenoeffungszeiten-basel.blogspot.com

 

Bern

Die Unia engagiert sich mit Aktionen vor dem Rathaus in Bern.
>> Medienmitteilung

 

Zürich

In Zürich rief die Unia zu Aktionen gegen eine Liberalisierungsinitiative der Zürcher FDP auf.
>> Medienmitteilung

 

Immer zusammen mit den betroffenen Verkäuferinnen und Verkäufern.

 

 

Die Arbeit der Unia trägt Früchte: Nachdem die 90er Jahre von einem starken Glauben an die Deregulierung geprägt waren, kommt jetzt die Trendwende (siehe Grafik unten). Seit 2001 haben die Unia und ihre Mitstreiterinnen über drei Viertel der Abstimmungen gegen eine Verlängerung der Ladenöffnungszeiten gewonnen (siehe "Zusammenstellung der kantonalen und kommunalen Volks- und Parlamentsentscheide", Pressekonferenz vom 27.8.2010) und damit zum Schutz der Arbeitnehmerinnen im Detailhandel beigetragen.

 



Kantonale und kommunale Volksentscheide zur Verlängerung der Ladenöffnungszeiten (1996-2010)

Salamitaktik der grossen Detailhändler

Die Anhänger einer unbegrenzten Flexibilisierung versuchen es nun mit einer Salamitaktik. Sie setzten Schritt für Schritt Sonntagsarbeit in den grossen Bahnhöfen durch, Nacht- und Sonntagsarbeit für Jugendliche, vier zusätzliche Sonntagsverkäufe. Das war, wenn es nach ihnen ginge, nur der Anfang. Mit einem Vorstoss im Nationalrat wollen sie grossen Tankstellenshops erlauben, rund um die Uhr das ganze Sortiment zu verkaufen. Und ein anderer Vorstoss zielt darauf, den Kantonen die Festlegung der Ladenöffnungszeiten zu überlassen. Was, so fürchtet der Bundesrat, die im Arbeitsgesetz festgeschriebenen Schutzbestimmungen zu Nacht- und Sonntagsarbeit aushöhlen würde, weshalb er die Motion zur Ablehnung empfiehlt.

 

Nichts gewinnen würden auch die Besitzer der vielen kleinen und mittleren Läden – für sie rechnen sich längere Ladenöffnungszeiten häufig nicht: Eine Umfrage in Basel hat ergeben, dass 60% der Ladenbesitzer keinen zusätzlichen Verkaufssonntag wollen. Und in der Berner Altstadt haben sich drei Viertel der Ladeninhaber gegen längere Öffnungszeiten ausgesprochen.

Deregulierung trifft häufig alleinerziehende Mütter

Längere Ladenöffnungszeiten heisst:

  • Verteilung der Arbeitszeit auf mehr Arbeitstage pro Woche
  • mehr Späteinsätze, mehr Wochenendarbeit
  • und häufig auch Einsätze im letzten Moment.

Die Deregulierung trifft eine Tieflohn-Branche – mit vielen alleinerziehenden Frauen, die kaum Chancen auf eine andere Arbeitsstelle haben (rund 20% der Working Poor arbeiten im Detailhandel) und manchmal kaum wissen, wo sie ihre Kinder unterbringen sollen, wenn sie kurzfristig zur Arbeit aufgeboten werden.

Kein GAV zum Schutz der Angestellten

Besonders stossend ist, dass die Arbeitgeber bei der Abstimmung zum Bahnhofsverkauf angekündigt haben, dass sie für das betroffene Personal Gesamtarbeitsverträge abschliessen wollen. Davon war nach der Abstimmung allerdings nicht mehr die Rede. Gesamtarbeitsverträge, welche die Angestellten einvernehmlich und allgemein verbindlich schützen würden, fehlen nach wie vor.

 

Forderungen der Unia

  • keine Aufweichung der Tankstellenshop-Bestimmungen
  • keine Aufweichung des Nacht- und Sonntagsverbots
  • Stopp der schleichenden Verlängerung der Ladenöffnungszeiten
  • Schutz der Angestellten durch einen allgemein verbindlichen Gesamtarbeitsvertrag zwischen den Sozialpartnern