Nestlé muss Gewerkschaftsrechte respektieren!
Freitag, 10. Juli 2009: 10 Uhr Hotel Bern, Zeughausgasse Bern, Grüner Saal
Auf Hochglanzbroschüren und auch in den Unternehmensgrundsätzen pflegt Nesté das Image eines „verantwortungsbewussten Unternehmens“, und verpflichtet sich, „das Recht der Mitarbeiter auf die Gründung von oder den Beitritt zu gesetzlich anerkannten Gewerkschaften zu respektieren“. Viele Nestlé-Arbeitnehmende und Gewerkschaften aller Welt kennen jedoch Nesté von einer anderen Seite:
- Seit zwei Jahren fordert die Gewerkschaft bei Nestlé Indonesien Verhandlungen über dringend benötigte Änderungen des Tarifvertrags. Die Unternehmensleitung reagierte, indem sie eine Pseudogewerkschaft gründete und Druck auf die Arbeitnehmer ausübte, dieser beizutreten.
- Bei Nestlé Indien haben Gewerkschaften gemeinsam die Unternehmensleitung aufgefordert, über Löhne zu verhandeln. Die Unternehmensleitung reagierte mit einer gerichtlichen Verfügung, die es den Arbeitnehmern dauerhaft untersagt, sich in weniger als 200 Metern Entfernung von ihren Arbeitsstätten zu versammeln oder dort Gewerkschaftstätigkeiten auszuüben.
- Bei Nestlé Hongkong wurde jahrzehntelang 17 Stunden am Tag und auf der Grundlage von Gelegenheitsverträgen gearbeitet. Dann gründeten die Arbeitnehmer eine Gewerkschaft, deren Anerkennung Nestlé jedoch verweigert. Die Gewerkschaft ist somit ständigem Druck ausgesetzt.
- Bei Nestlé Korea bemühte sich die Gewerkschaft um die Bestätigung von Presseberichten, wonach die Fabrik von Nestlé Korea verkauft werden sollte. Die Unternehmensleitung weigerte sich, diese Frage auch nur mit der Gewerkschaft zu diskutieren. Die Arbeitnehmer wissen immer noch nicht, ob sie morgen noch für Nestlé arbeiten werden.
Aus diesem Grund hat die Internationale Union der Lebensmittel- und Genussmittelgewerkschaften (IUL) eine internationale Nestlé-Kampagne lanciert, bei der es um die Einhaltung von Gewerkschaftsrechten geht. Der Hauptsitz von Nestlé ist Vevey am Genfersee, als Mitgliedgewerkschaft der IUL unterstützt die Unia die internationale Kampagne.
An einer Medienkonferenz am kommenden Freitag, 10. Juli 2009, um 10 Uhr im Hotel Bern, Zeughausgasse Bern werden
- Jaqueline Borroncini, Generalsekretariat der IUL in Genf
- Natalie Imboden, Unia-Branchenverantwortliche Lebens- und Genussmittelindustrie
- André Daguet, Nationalrat SP, Unia
die Kritik an Nestlé begründen sowie unsere Forderungen und Erwartungen formulieren.
Für Rückfragen:
Nico Lutz, Mediensprecher Unia
