Novartis Nyon und Hunderte Arbeitsplätze sind gerettet!



Ende Oktober 2011 gab der Pharma-Multi Novartis bekannt, das Werk in Nyon zu schliessen und in der Schweiz insgesamt 1'100 Arbeitsplätze abzubauen. Nach zwei Monaten Kampf und einem Warnstreik der Belegschaft gab Novartis am 17. Januar 2012 nach: Statt das Werk zu schliessen will Novartis nun in den nächsten Jahren langfristige Investitionen in den Standort Nyon tätigen. Zudem: In Basel werden weit weniger Stellen abgebaut als ursprünglich vorgesehen. Ein Erfolg für die Angestellten von Novartis – ein Erfolg für die Gewerkschaft Unia.

 

Die enge Zusammenarbeit zwischen der Gewerkschaft Unia und den Vertretern der Belegschaft spielte im Kampf um die Novartis-Arbeitsplätze eine zentrale Rolle. Mit dem Warnstreik vom 16. November in Nyon, ein für die Chemiebranche einmaliges Ereignis, war die Novartis-Führung zum Handeln gezwungen: Novartis sicherte zu, den Entscheid zu überdenken. Mitte Januar 2012 lenkte Novartis ein – das Werk in Nyon und Hunderte von Arbeitsplätzen sind gerettet. Die Belegschaft konnte in ihrem Kampf gegen den Kahlschlag bei Novartis auf breite Unterstützung zählen. Mehrere Faktoren haben zum Erfolg beigetragen:

  • Warnstreik in Nyon
  • Verschiedene Demonstrationen in Nyon und Basel
  • Solidaritätsbewegung der Bevölkerung; die von der Unia lancierte Petition wurde zahlreich unterschrieben
  • Unterstützung durch die kantonalen und kommunalen Waadtländer Behörden
  • Konstruktive Vorschläge von Seiten der Belegschaft im Rahmen des Konsultationsverfahrens

In den Verhandlungen hat auch die Belegschaft Konzessionen gemacht: So wurde die wöchentliche Arbeitszeit in Nyon mit der Zustimmung der Belegschaft von 37,5 auf 40 Stunden erhöht. Zudem stimmte die Belegschaft zu, die Löhne nur um 1 Prozent statt um 1,5 Prozent zu erhöhen.

 

Der Kampf um den Standort Nyon und um den Erhalt der Arbeitsplätze hat sich gelohnt. Der Fall Novartis zeigt: Es lohnt sich, gemeinsam zu kämpfen.