Die Perspektiven im Gastgewerbe – Ziele und Vorschläge der Unia
Eine differenzierte Analyse der Unia zeigt: Die Branche des Gastgewerbes muss auf eine Strategie der nachhaltigen Qualitätsentwicklung setzen, um strukturelle Probleme zu lösen. Der grösste Trumpf sind dabei die Mitarbeitenden. Erfahrenes, gutes Personal bleibt dann der Branche erhalten, wenn die Arbeitsbedingungen eine sichere Existenz und Entwicklungsperspektiven bieten.
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Branchenanalyse
Die Branchenanalyse der Unia nimmt die wirtschaftliche Entwicklung des Schweizer Gastgewerbes, seine Branchen- und Betriebsstruktur, den Arbeitsmarkt sowie die Politik der Arbeitgeberverbände und Behörden unter die Lupe. Aus der Vielzahl von Ergebnisses sticht hervor:
- Das Gastgewerbe hat vor allem ab den 90er Jahren gegenüber der Gesamtwirtschaft an Boden verloren. Grund dafür war nicht nur eine schlechte Konjunktur.
- Trotz Lohnfortschritten zu Beginn dieses Jahrtausends verdient das Personal im Gastgewerbe durchschnittlich mehr als 30% weniger als in den anderen Branchen der Privatwirtschaft.
- Das Gastgewerbe hat die tiefste Durchschnittsbildung aller Wirtschaftsbranchen. Mehr als ein Drittel der Beschäftigten bringen keine Berufsausbildung mit.
- Die Personalfluktuation und -abwanderung ist weit überdurchschnittlich: Gastgewerbliche Angestellte arbeiten im Durchschnitt 9 Monate im gleichen Betrieb. Vier Jahre nach der Ausbildung hat jede/r zweite Koch oder Köchin das Gastgewerbe bereits wieder verlassen.
Lösungsvorschläge der Unia
Unia schlägt unter anderem folgendes vor, um die strukturellen Probleme anzupacken:
- Die Arbeit im Gastgewerbe muss aufgewertet werden: Die Löhne müssen die Qualifikationen und Berufserfahrung angemessen berücksichtigen. Fr. 3'500.- brutto mal 13 bzw. Fr. 4'000.- brutto mal 13 für qualifizierte Mitarbeiter/innen sind die untere Grenze. Arbeitszeiterfassung und -planung ist unabdingbar, um das Privatleben der Mitarbeitenden zu schützen.
- Es braucht für Mitarbeitende und Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter eine Qualifizierungsoffensive auf allen Stufen: Weiterbildungsmöglichkeiten für Mitarbeitende und eine vom BBT anerkannte Ausbildung sowie regelmässige Weiterbildung zu Betriebsführung für alle, die eine Betrieb eröffnen wollen.
- Besser qualifiziertes Personal, das länger in der Branche bleibt, bringt Produktivitätsfortschritte und verbessert die Ertragslage. Die öffentliche Hand kann zu diesem Prozess beitragen, indem sie nicht einfach mit der Giesskanne subventioniert und damit instrukturschwache Betriebe stützt, sondern indem sie Innovation, Qualität und gute Arbeitsbedingungen stützt.

