Worum es geht:

 

Ein Pfeiler der sozialen Gerechtigkeit wankt.

70 Jahre war der Landesmantelvertrag (LMV) im Bauhauptgewerbe Schrittmacher für sozialpolitische Fortschritte. Jetzt will der Baumeisterverband die Arbeitsbedingungen massiv verschlechtern. Darum hat er den Vertrag einseitig gekündigt.

 

Ohne Vertrag sind die Bauarbeiter schutzlos ausgeliefert.

Mit schlimmen Folgen: überlange Arbeitstage, noch mehr Unfälle und gesundheitliche Schäden. Zudem werden Lohn- und Sozialdumping unkontrollierbar. Es droht die Verwilderung der Baubranche.

 

Die Baumeister schaden der Schweiz.

Denn sinken die Löhne auf dem Bau, geraten auch die Löhne anderer Branchen unter Druck. Das schlechte Beispiel wird Schule machen. Das zieht die ganze Wirtschaft in Mitleidenschaft und gefährdet die Weiterführung der Personenfreizügigkeit.

 

Die Bauleute verteidigen faire Löhne

und erträgliche Arbeitsbedingungen – auch mit Streiks. Ihr Kampf ist für alle Arbeitnehmenden wichtig. Mit Ihrer Unterstützung ist ein Erfolg möglich.

 

Baumeister lehnen Lösung ab

Am 18. Dezember 2007 haben sich die Verhandlungsdelegationen des Baumeisterverbandes sowie der Gewerkschaften auf einen neuen LMV geeinigt. Entgegen der Vereinbarung beantragte Baumeisterpräsident Werner Messmer seinen Delegierten am 24. Januar 2008 die Rückweisung des Mediationsergebnisses. Nach diesem Wortbruch nahmen die Bauarbeiter die Warnstreiks wieder auf.

 

Neuer LMV steht

Nach ersten Streikwellen schlug Bundesrätin Doris Leuthard den Konfliktparteien erneute Gespräche unter der Leitung des Mediators Jean-Luc Nordmann vor. Es gelang auf der Basis des im Dezember 2007 erzielten Ergebnisses rasch die bestehenden Differenzen zu bereinigen. Am 14. April stellten Baumeister und Gewerkschaften den Landesmantelvertrag vor, auf den sie sich geeingt hatten. Ende April stimmen die Delegierten aller Vertragsparteien dem neuen LMV zu.

 

In Kraft treten des neuen LMV

Der neue LMV kann bereits auf den 1. Mai 2008 in Kraft treten. Damit haben die rund 100'000 Beschäftigten auf dem Bau wieder garantierte Arbeitsbedingungen und vor allem Schutz vor Lohn- und Sozialdumping.