Häufig gestellte Fragen

  • 1. Mir ist gekündigt worden – was muss ich tun?

    Überprüfen Sie zuerst, ob die Kündigungsfrist eingehalten wurde. Haben Sie einen schriftlichen Arbeitsvertrag, schauen Sie dort nach, ob eine Kündigungsfrist vereinbart wurde. Ist nichts festgehalten, gelten die Kündigungsfristen gemäss dem schweizerischen Obligationenrecht:

    Zeitpunkt

    Kündigungsfrist

    während der Probezeit

    7 Tage auf einen beliebigen Tag

    im ersten Dienstjahr

    1 Monat auf das Ende eines Monats

    im 2. bis 9. Dienstjahr

    2 Monate auf das Ende eines Monats

    ab dem 10. Dienstjahr

    3 Monate

    Weitere Informationen finden Sie unter dem Menüpunkt «Kündigung».

    Haben Sie das Gefühl, Ihre Kündigung sei nicht rechtmässig? Oder haben Sie sonstige Fragen betreffend Kündigung? Zögern Sie nicht, die nächste Zahlstelle der Unia Arbeitslosenkasse zu kontaktieren.

  • 2. Kann ich mich arbeitslos melden?

    Wenn Sie in der in der Schweiz wohnen und keine Arbeit haben, können Sie sich arbeitslos melden. Voraussetzung ist, dass Sie die obligatorische Schulzeit zurückgelegt und das AHV-Alter noch nicht erreicht haben.
    Grundsätzlich sind alle Angestellten in der Schweiz, die mehr als 500.- Franken im Monat verdienen, obligatorisch gegen Arbeitslosigkeit versichert. Damit Sie Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung erheben können, müssen Sie allerdings verschiedene Voraussetzungen erfüllen (siehe Frage 6).

  • 3. Wie, wann und wo melde ich mich arbeitslos?

    Sie müssen Ihre Arbeitslosigkeit persönlich melden und spätestens am ersten Tag, für den Sie Arbeitslosenentschädigung beanspruchen – Sie können sich nicht rückwirkend arbeitslos melden! Wenn Sie sich zu spät arbeitslos melden, verlieren Sie einen Teil Ihrer Arbeitslosenentschädigung.
    Die Anmeldung erfolgt entweder bei einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) in Ihrer Nähe oder bei Ihrer Gemeindeverwaltung. Was für Ihren Wohnort gilt und welche Dokumente Sie mitnehmen müssen, erfahren Sie auf dem Informationsportal der Schweizer Behörden.

  • 4. Welche Arbeitslosenkasse ist für mich zuständig?

    In der Schweiz gibt es mehr als 30 Arbeitslosenkassen. Bei Ihrer Anmeldung entscheiden Sie, von welcher Kasse Sie während Ihrer Arbeitslosigkeit betreut werden möchten.
    Wir empfehlen Ihnen, die Unia Arbeitslosenkasse zu wählen. Die Unia Arbeitslosenkasse ist die grösste Arbeitslosenkasse der Schweiz, Sie finden uns an 68 Standorten in allen Landesteilen. Wir sind offen für alle Arbeitnehmenden, nicht nur für Gewerkschaftsmitglieder oder Angestellte bestimmter Branchen. Unsere tägliche Arbeit wird geleitet von unserem Motto «kompetent – persönlich – effizient», bei uns stehen Sie als Kunde an erster Stelle.

  • 5. Was bekomme ich, wenn ich mich arbeitslos melde?

    Wenn Sie arbeitslos gemeldet sind, werden Sie von einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) in Ihrer Nähe bei der Stellensuche unterstützt.
    Falls dies für Ihre Stellensuche hilfreich ist, können Sie an Kursen teilnehmen oder ein Praktikum absolvieren (sogenannte «Arbeitsmarktliche Massnahmen», siehe Frage 19).
    Ihr Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung (ALE) wird abgeklärt, sobald Sie Ihrer Arbeitslosenkasse alle nötigen Unterlagen eingereicht haben. Die Arbeitslosenkasse berät Sie in allen Fragen zur ALE.

  • 6. Wann habe ich Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung?

    Damit Sie Ihren Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung geltend machen können, müssen Sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

    • ganz oder teilweise arbeitslos sein (als «teilweise arbeitslos» gilt, wer eine Teilzeitstelle hat und eine Vollzeitstelle sucht)
    • einen Mindestausfall von zwei Arbeitstagen und eine Lohneinbusse vorweisen können
    • Ihren Wohnsitz in der Schweiz haben
    • die obligatorische Schulzeit zurückgelegt und das Rentenalter noch nicht erreicht haben
    • innerhalb der letzten zwei Jahre vor der Erstanmeldung mindestens 12 Monate Beitragszeit nachweisen können*
    • vermittlungsfähig sein (bereit, in der Lage und berechtigt, eine Arbeit anzunehmen) und
    • die Kontrollvorschriften des RAV einhalten

    *Unter gewissen Umständen sind Sie von der Beitragszeit befreit (siehe Frage 12).

    Detaillierte Informationen zum Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung finden Sie im der Broschüre «Arbeitslosigkeit – ein Leitfaden für Versicherte»(PDF).

  • 7. Was muss ich tun, damit ich Arbeitslosenentschädigung bekomme?

    Damit die Arbeitslosenkasse Ihren Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung (ALE) abklären kann, müssen Sie im ersten Monat Ihrer Arbeitslosigkeit folgende Unterlagen einreichen:

    • Formular Antrag auf Arbeitslosenentschädigung
    • Kopie Ihrer Anmeldung der Arbeitslosigkeit
      Formular Arbeitgeberbescheinigung (Arbeitgeberbescheinigungen der letzten 2 Jahre)
    • Kopie Ihres Versicherungsausweises AHV-IV

    Und allenfalls auch:

    • Formular Unterhaltspflicht gegenüber Kindern
    • Wenn Sie aus einem EU/EFTA-Staat in die Schweiz kommen: Formular PD U1
    • Kopie der gültigen Aufenthaltsbewilligung, sofern Sie nicht die Schweizer Staatsbürgerschaft oder eine Niederlassungsbewilligung haben
  • 8. Wann werden mir die Taggelder ausbezahlt?

    Das Formular «Angaben der versicherten Person» wird Ihnen jeweils gegen Ende des Monats direkt vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) zugeschickt.
    Füllen Sie dieses Formular umgehend aus. Falls Sie in diesem Monat gearbeitet haben, Militär- oder Zivildienst leisten mussten oder krankgeschrieben waren: Füllen Sie die entsprechenden Formulare ebenfalls aus.
    Schicken Sie Ihre Unterlagen so schnell wie möglich an Ihre Arbeitslosenkasse.
    Wenn die Arbeitslosenkasse Ihre Unterlagen vollständig und korrekt ausgefüllt erhalten hat, werden Ihnen die Taggelder innerhalb von wenigen Arbeitstagen überwiesen.

  • 9. Ich habe meine Formulare verloren – was muss ich tun?

    Haben Sie das Formular «Angaben der versicherten Person» nicht mehr, melden Sie sich bei Ihrem RAV.
    Alle anderen Formulare finden Sie auf der Internetplattform Treffpunkt-Arbeit.

  • 10. Wie hoch ist mein Taggeld?

    Haben Sie Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, werden Ihnen pro Woche fünf Taggelder (Montag bis Freitag) ausbezahlt. Da nicht jeder Monat gleich viele Werktage hat, schwankt die Höhe der ausbezahlten Arbeitslosenentschädigung.
    Welcher Betrag Ihnen zusteht, ist abhängig vom «versicherten Verdienst» (Ihr durchschnittliches Einkommen während der letzten 6 oder – falls vorteilhafter – der letzten 12 Monate).
    In der Regel beträgt die Arbeitslosenentschädigung 70% des versicherten Verdienstes.

    In folgenden Fällen erhalten Sie 80% des versicherten Verdienstes:

    • Bei Unterhaltspflichten gegenüber Kindern
    • Wenn Ihr versicherter Verdienst 3'797 Franken nicht übersteigt
    • Falls Sie eine Invalidenrente beziehen (Invaliditätsgrad von mindestens 40 %)
  • 11. Wie lange bekomme ich Arbeitslosenentschädigung?

    Wie viele Taggelder Ihnen zustehen ist abhängig von Ihrer Beitragszeit und Ihrem Alter.

    Anzahl Taggelder

    Beitragszeit (in Monaten)

    Alter

    200

    12 bis 24

    bis 25

    260

    12 bis < 18

    ab 25

    400

    18 bis 24

    ab 25

    520*

    22 bis 24

    ab 55

    *520 Taggelder stehen Ihnen ebenfalls zu, wenn Sie 22 bis 24 Beitragsmonate vorweisen können, über 25 Jahre alt sind und eine IV-Rente beziehen, die einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% entspricht.

    Wenn Sie innerhalb der letzten vier Jahre vor Erreichen des AHV-Alters arbeitslos werden, haben Sie Anspruch auf zusätzliche 120 Taggelder.

    Sind Sie «beitragsbefreit» (siehe Frage 12), haben Sie unabhängig von Ihrem Alter 90 Taggelder zugute.

  • 12. Was heisst beitragsbefreit?

    Sie haben trotz fehlender Beitragszeit Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, wenn Sie aus einem der folgenden Gründen mehr als 12 Monate lang nicht in einem Arbeitsverhältnis stehen konnten:

    • Ausbildung, sofern Sie mindestens während 10 Jahren in der Schweiz Wohnsitz hatten.
    • Krankheit, Unfall oder Mutterschaft, sofern Sie während dieser Zeit Wohnsitz in der Schweiz hatten.
    • Aufenthalt in einer schweizerischen Anstalt.
    • Arbeitsaufenthalt von über einem Jahr ausserhalb eines EU/EFTA-Staates, sofern Sie die Schweizer Staatsbürgerschaft besitzen oder niedergelassener EU- oder EFTA-Staatsangehöriger sind.

    Beitragsfrei versichert sind Sie auch, wenn Sie aus einem der nachfolgenden Ereignisse gezwungen sind, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen oder zu erweitern, das Ereignis nicht mehr als ein Jahr zurückliegt und Sie bei Eintritt des Ereignisses Ihren Wohnsitz in der Schweiz hatten:

    • Ehetrennung oder -scheidung
    • Tod des Ehemannes oder der Ehefrau
    • Wegfall einer IV-Rente
  • 13. Was sind Wartetage?

    In den ersten Tagen der Arbeitslosigkeit erhalten Sie im Sinne eines «Selbstbehalts» noch keine Arbeitslosenentschädigung. Ihre Pflichten gegenüber der Arbeitslosenversicherung müssen Sie aber bereits erfüllen. Die Anzahl «Wartetage» ist abhängig von Ihrem versicherten Verdienst und davon, ob Sie Unterhaltspflichten gegenüber Kindern haben.

    Wartetage

    Einkommen pro Monat in CHF

    Unterhaltspflicht

    0

    bis 3’000

    unabhängig von der Unterhaltspflicht

    0

    3’001 – 5’000

    mit Unterhaltspflicht

    5

    3’001 – 5’000

    ohne Unterhaltspflicht

    5

    ab 5’000

    mit Unterhaltspflicht

    10

    5'001 – 7’500

    ohne Unterhaltspflicht

    15

    7'501 – 10’416

    ohne Unterhaltspflicht

    20

    ab 10’416

    ohne Unterhaltspflicht

     Zusätzliche Wartetage:

    Wartetage

    Grund

    1

    Nach einer Saisonanstellung

    5

    Bei allen Gründen der Beitragsbefreiung ausser Ausbildung

    120

    Beitragsbefreite nach einer Ausbildung

  • 14. Welche Pflichten muss ich befolgen?

    Während Ihrer Arbeitslosigkeit haben Sie verschiedene Pflichten gegenüber der Arbeitslosenversicherung:

    • Sie müssen sich aktiv um eine neue Stelle bemühen. Bereits während Ihrer Kündigungsfrist müssen Sie gezielt Bewerbungen schreiben und Ihre Bewerbungsschreiben sowie allfällige Absagebriefe aufbewahren. Während der Arbeitslosigkeit sind Sie verpflichtet, Ihre Bewerbungen zu dokumentieren und Ihrem RAV-Berater vorzuweisen.
    • Eine «zumutbare» Stelle müssen Sie annehmen (siehe Frage 17).
    • Die Weisungen des RAV müssen Sie befolgen und zu allen Gesprächsterminen erscheinen.
    • An einer Arbeitsmarktlichen Massnahme, die Ihnen das RAV bewilligt hat, müssen Sie teilnehmen (siehe Frage 19).
    • Alle relevanten Informationen in Zusammenhang mit Ihrem Anspruch müssen Sie der Arbeitslosenversicherung unverzüglich mitteilen: Beispielsweise wenn Sie krank sind oder wenn Sie eine temporäre Stelle gefunden haben.
  • 15. Was sind Einstelltage?

    Falls Sie Ihre Pflichten verletzen, kann Ihr Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung vorübergehend gestrichen werden. Solche «Einstelltage» werden Ihnen auferlegt, wenn Sie

    • Ihre letzte Stelle selbst gekündigt haben
    • sich nicht genügend um Arbeit bemühen
    • die Kontrollvorschriften und Weisungen des RAV missachten
    • Ihre Auskunfts- und Meldepflicht nicht befolgen
    • zu Unrecht Arbeitslosenentschädigung erwirken

     Die Einstellung beträgt je nach Verschulden zwischen 1 und 60 Tagen.

  • 16. Was ist ein Zwischenverdienst?

    Erzielen Sie während Ihrer Arbeitslosigkeit ein Einkommen (z.B. durch einen befristeten Arbeitseinsatz oder eine Teilzeitarbeit), spricht man von einem «Zwischenverdienst». Sie sind verpflichtet, der Arbeitslosenkasse Ihren Zwischenverdienst zu melden.

     

    Ein Zwischenverdienst lohnt sich für Sie, denn der Zwischenverdienst und die Kompensationszahlung der Arbeitslosenversicherung sind zusammengerechnet immer höher als die reine Arbeitslosenentschädigung. Versicherte mit Unterhaltspflichten gegenüber Kindern unter 25 Jahren und über 45-Jährige können bis zum Ende der Rahmenfrist für den Leistungsbezug Kompensationszahlungen beanspruchen. Für die übrigen Versicherten besteht der Anspruch auf Kompensationszahlungen längstens während der ersten zwölf Monate einer Zwischenverdienstbeschäftigung. Zudem sammeln Sie Berufserfahrung und erwerben neue Beitragszeiten.

  • 17. Wann ist eine Arbeit zumutbar?

    Eine Arbeit ist zumutbar, wenn

    • sie Ihren Fähigkeiten entspricht und Ihre bisherigen Tätigkeiten berücksichtigt werden (gilt nicht für unter 30-jährige)
    • sie den Wiedereinstieg in Ihren Beruf nicht behindert
    • sie mit Ihren persönlichen Verhältnissen zu vereinbaren ist (Alter, Gesundheit, Familie)
    • der Arbeitsweg maximal 4 Stunden pro Tag in Anspruch nimmt
    • die orts- und branchenüblichen Arbeitsbedingungen eingehalten werden

    Eine Arbeit, die Ihnen einen Lohn von weniger als 70% des versicherten Verdienstes einbringt, müssen Sie nicht annehmen, es sei denn, Sie erhalten Kompensationszahlungen im Rahmen eines Zwischenverdienstes.

  • 18. Was mache ich, wenn ich krank bin oder einen Unfall habe?

    Sie müssen eine Krankheit oder einen Unfall Ihrem RAV und Ihrer Arbeitslosenkasse melden und Ende Monat die entsprechenden Formulare einreichen.
    Bei einem Unfall erhalten Sie während der ersten 3 Tagen (inkl. Unfalltag) Leistungen von der Arbeitslosenversicherung, danach bekommen Sie Taggelder von der Suva.
    Bei Krankheit besteht ein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung nur für die ersten 30 Tage Ihrer Arbeitsunfähigkeit. Danach ist eine allfällige private Krankentaggeldversicherung zuständig.

  • 19. Was sind arbeitsmarktliche Massnahmen?

    Arbeitsmarktliche Massnahmen (AMM) sind Kurse oder Praktika, die Ihnen dabei helfen, Ihre Qualifikationen zu verbessern und Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Sie können von solchen Angeboten profitieren, wenn Sie Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung haben. Die Kurse müssen allerdings einen klaren Bezug zu Ihrer Berufstätigkeit haben und Ihre Aussichten auf eine neue Stelle verbessern. Bei längerer Arbeitslosigkeit kann der Zweck der AMM auch sein, Ihnen eine Tagesstruktur zu geben.

    Ausführliche Informationen finden Sie in der Broschüre «Arbeitsmarktliche Massnahmen» (PDF).

  • 20. Kann ich mich gegen einen Entscheid der Arbeitslosenversicherung wehren?

    Entscheide oder Anordnungen der Vollzugsstellen (RAV, Arbeitslosenkasse, kantonale Amtsstelle) werden Ihnen schriftlich mitgeteilt. In einer «Rechtsmittelbelehrung» steht jeweils, was Sie tun müssen, wenn Sie mit der Verfügung nicht einverstanden sind.
    Das Einspracheverfahren ist grundsätzlich kostenlos, wir empfehlen Ihnen aber, zuerst das Gespräch mit der verfügenden Stelle zu suchen.

    Melden Sie sich, wenn Sie mit den Leistungen der Unia Arbeitslosenkasse unzufrieden sind. Unser Qualitätsmanagement ist interessiert an Ihren Wünschen oder Ihrer Kritik. Senden Sie uns Ihre Rückmeldung über das elektronische Kontaktformular.