Katastrophe von Mattmark

Katastrophe von Mattmark 1965

50 Jahre Staudamm-Katastrophe

1965 kamen beim Bau des Staudamms von Mattmark 88 Arbeiter ums Leben. Das Unglück wäre vermeidbar gewesen. 2015 fanden verschiedene Gedenkveranstaltungen statt.

Am späten Nachmittag des 30. August 1965 brach im Walliser Saastal die Zunge des Allalingletschers ab. Zwei Millionen Kubikmeter Eis stürzten in die Tiefe und begruben das Barackenlager der Staudamm-Baustelle Mattmark unter sich. 88 Bauarbeiter, darunter 56 italienische Migranten, kamen ums Leben.

Unfall wäre vermeidbar gewesen

Das Unglück war keine Naturkatastrophe, sondern wäre vermeidbar gewesen. Denn die Baustelle und die Baracken befanden sich an einem sehr gefährlichen Standort, genau an der Vorderseite des Gletschers, der für seine Instabilität und ständigen Abbrüche berüchtigt war.

Fanal für mehr Arbeitssicherheit

Die Trauer und die Empörung über das Unglück waren in Italien und in der Schweiz gross. Doch trotz eingereichter Klagen und Mobilisierung der öffentlichen Meinung zogen sich die Ermittlungen über Jahre hinweg. Schliesslich wurden sie eingestellt, ohne dass Verantwortliche oder Schuldige zur Rechenschaft gezogen wurden. Das schreckliche Ereignis veranlasste sowohl die schweizerischen wie die italienischen Gewerkschaften, sich stärker für die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmenden einzusetzen. Die Situation hat sich seither zweifellos verbessert, aber das Thema bleibt aktuell.

Gedenkveranstaltungen

Im Gedenken an die vielen toten Arbeiter hat die Unia bereits 2005 eine Publikation zu Mattmark (pdf) veröffentlicht. Auch 2015, 50 Jahre nach der Katastrophe, fanden diverse Veranstaltungen statt.