Forderungen der Unia

Achtung Asbest

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund und die Unia fordern vom Bundesrat ein stärkeres Engagement, um das Asbestproblem zu bewältigen. Im Vordergrund stehen folgende Forderungen:

Ausdehnung der Verjährungsfrist

Die Verjährungsfrist für Asbesterkrankungen muss deutlich ausgedehnt werden. Da die Krankheit erst nach 20 bis 50 Jahren ausbricht, ist eine längere Frist zwingend notwendig, damit aufgrund ihrer Arbeitstätigkeit erkrankte Menschen ihre Ansprüche geltend machen könne.

Entschädigungsfonds für Asbestopfer

Es braucht bessere Lösungen für bereits erkrankte Asbestopfer. Die Gewerkschaften fordern seit Jahren einen Entschädigungsfonds, von dem Personen profitieren können, deren Erkrankungen nicht als berufsbedingt anerkannt sind. Ende 2016 hat der Runde Tisch Asbest die Einrichtung eines solchen Entschädigungsfonds sowie einen kostenlosen Care Service beschlossen.

Ausbau der Präventionsmassnahmen

Zahlreiche Arbeitnehmende, vor allem im Ausbaugewerbe, sind noch auf Jahre hinaus bei Rückbau-, Umbau- und Renovationsarbeiten einem Expositionsrisiko ausgesetzt. Für solche Arbeiten an Gebäuden, die vor 1990 erstellt wurden, ist zwingend die Ermittlungspflicht auf Asbestvorkommen anzuwenden.

Gerechtere Risikoverteilung zwischen den Branchen

Die Last für die Asbest-Katastrophe ist heute ungerecht verteilt. So muss z.B. die Schreinerbranche mit Kosten von bis zu  100 Mio. Franken rechnen, während Branchen wie Finanz- und andere Dienstleister keinen Rappen aufbringen müssen. In Frankreich hat z.B. die Politik die Folgen des Asbests als „unvorhersehbares Grossereignis“ deklariert und von allen Firmen eine Abgabe gefordert. Die Schweiz sollte diesen Weg prüfen.

Engagement auf internationaler Ebene

Weltweit kennt bisher nur ein Viertel der Länder ein Asbestverbot. Die Schweiz sollte sich stärker als bisher in den internationalen Gremien engagieren mit dem Ziel, die Zahl der Länder mit Asbestverbot rasch zu erhöhen. Die Unia als Gewerkschaft wird sich weiterhin in ihren europäischen und internationalen Netzwerken aktiv an der Ausgestaltung und Umsetzung von Asbestkampagnen engagieren.