Familienarbeit und Beruf

Frau mit Kind und Unia-Hut

Der Hut ist nie gross genug!

Die Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben ist der Schlüssel für die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern. Deshalb hat dieses Thema für die Unia-Gleichstellungspolitik Priorität.

Unbezahlte Arbeit bleibt – auch bei Erwerbstätigkeit

Die gesellschaftlichen Realitäten haben sich verändert. Erwerbstätige Frauen sind heute eine Selbstverständlichkeit. Gleichzeitig ist der Grossteil der unbezahlten Arbeit an ihnen hängen geblieben. Das Problem dabei: Die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt nehmen keine Rücksicht auf diese Situation.

Fehlende gesellschaftliche Anerkennung

Die Betreuung von Kindern, kranken oder betagten Angehörigen lässt sich schlecht mit den Anforderungen der Erwerbsarbeit vereinen. Das führt für viele Frauen (und auch Männer) zu einem unglaublichen Stress. Alles unter einen Hut zu bringen ist unmöglich! Daran tragen nicht die einzelnen Frauen die Schuld. Das Problem ist die ungenügende gesellschaftliche Anerkennung der unbezahlten Tätigkeiten. Es bräuchte mehr Zeit, Geld und verbesserte Infrastrukturen zur besseren Vereinbarkeit von Familienarbeit und Beruf.

Mehr Zeit und Geld

Die Arbeitszeiten müssen für alle planbar und verlässlich sein, denn Kinder oder kranke Angehörige lassen sich nicht einfach verschieben. Frauen und Männer mit Familienpflichten sind nicht flexibel. Die Unia macht sich in Vertragsverhandlungen und auf politischer Ebene stark für Massnahmen, welche eine bessere Vereinbarkeit von Familienarbeit und Beruf ermöglichen.

Mehr Zeit

Es braucht eine generelle Verkürzung der Arbeitszeit und eine Umverteilung der Erwerbs- und Familienarbeit zwischen Frauen und Männern. Es braucht familienverträgliche Arbeitszeiten und insbesondere:

  • den Ausbau des Mutterschaftsurlaubs auf 18 Wochen bei 100-prozentiger Lohnfortzahlung
  • die Einführung eines bezahlten Vaterschaftsurlaubs von 8 Wochen
  • das Recht auf eine vorübergehende Reduktion der Arbeitszeit auf Grund von Betreuungsaufgaben

Mehr Geld

Es braucht existenzsichernde Löhne für alle, Lohngleichheit zwischen Frau und Mann und höhere Transferzahlungen wie zum Beispiel Familienzulagen. Ganz wichtig ist auch die rechtliche Gleichstellung von Teilzeitarbeit mit Vollzeitarbeit.

Bessere Infrastruktur

Es braucht angepasste Schulmodelle (Tagesschulen und Blockzeiten) und für jedes Kind einen bezahlbaren ausserhäuslichen Betreuungsplatz. Es braucht den Ausbau von guten Pflegeeinrichtungen, Tagesstrukturen und Spitex für die Betreuung von alten und pflegebedürftigen Menschen. Für all das braucht es genügend Personal mit einer guten Ausbildung und anständigen Arbeitsbedingungen.