Frauen und Teilzeitarbeit

Teilzeitarbeit darf keine Falle für die Frauen sein!

Für viele Frauen ist es nur dank Teilzeitarbeit möglich, Erwerbsarbeit und Familie zu vereinbaren. Aus Gleichstellungssicht bietet Teilzeitarbeit zwar Chancen, sie birgt aber auch viele Risiken. Frauen nehmen die wirtschaftlichen und sozialen Nachteile in Kauf, die Teilzeitarbeit mit sich bringt.

Teilzeitarbeit ist Frauenarbeit. Das zeigen die statistischen Zahlen: Über einer Million Teilzeit arbeitender Frauen stehen zwei Millionen Vollzeit beschäftigte Männer gegenüber. Auch die Relationen sprechen für sich: Der Anteil Vollzeitbeschäftigung bei Frauen liegt bei 41 Prozent, gegenüber 86 Prozent bei den Männern.

Prekäre Arbeitsverhältnisse

Frauen arbeiten häufig Teilzeit, weil das die einzige Möglichkeit ist, Familien- mit Erwerbsarbeit zu vereinbaren. Ein grosses Problem für Frauen ist, dass Teilzeitarbeit häufig mit prekären Arbeitsverhältnissen einhergeht: Arbeit auf Abruf, befristete Arbeitsverträge, unregelmässige Arbeitszeiten und schlechte sozialversicherungsrechtliche Bedingungen. Und je tiefer das Pensum, desto schlechter der Lohn. Ein grosses Risiko ist also, dass der Lohn zum Leben nicht reicht. Und später ist die Rente zu klein, so dass viele Frauen auf Ergänzungsleistungen angewiesen sind. Auch sind bei Teilzeitarbeit die Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten gering oder fehlen gänzlich. Frauen werden durch diese Situation in ihrer Karriere behindert und Männer weiter von Teilzeitarbeit abgeschreckt.

Unterbeschäftigung

Viele Teilzeit arbeitende Frauen würden gerne mehr arbeiten, finden aber keine entsprechenden Jobs. Vor allem ältere Frauen sind mit dem Problem der Unterbeschäftigung konfrontiert. Frauen sind häufiger von Unterbeschäftigung betroffen als Männer.

Vollständige Gleichstellung von Teilzeit- und Vollzeitarbeit

Die Unia setzt sich in Gesamtarbeitsverträgen und auf gesetzlicher Ebene für die vollständige Gleichstellung von Teilzeit- und Vollzeitarbeit ein:

  • Es darf keine Hürden geben für Teilzeitarbeit bei Männern.
  • Überzeit- und Überstundenregelungen dürfen für Teilzeitarbeitende keine Benachteilungen enthalten.
  • Teilzeitarbeit muss eine diskriminierungsfreie berufliche Entwicklung ermöglichen.