Der GAV MEM

MEM-Industrie

Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM)

In den langen Verhandlungen 2013 über den neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) MEM machte die Unia die Industriepolitik zum Thema. Sie machte Swissmem und den Arbeitgebern am Verhandlungstisch klar: Die Schweiz ist ein Industrieland.

Das Industrieland Schweiz

In Westeuropa ist die Schweiz sogar das Land mit dem höchsten Industrieanteil. Noch vor Exportweltmeister Deutschland. 700’000 Arbeitende (330'000 allein in der MEM-Industrie) erwirtschaften pro Jahr 100 Milliarden Franken. Vier- bis fünfmal mehr als die verhätschelten Banken dem Land bringen. Überall findet eine neue Industrialisierung statt, getrieben vom ökologischen Umbau. Allein in der EU hat sie schon Hunderttausende Jobs geschaffen.

Eine neue Sozialpartnerschaft

Deshalb stieg die Unia mit der Forderung in die GAV-Verhandlungen, eine industriepolitische Plattform für einen ökosozialen Umbau zu schaffen. Es macht wenig Sinn, über Löhne zu reden, wenn gleichzeitig die Arbeitsplätze verloren gehen. Eine neue Sozialpartnerschaft muss auf zwei Beinen stehen: Gute Arbeitsbedingungen und Industriepolitik.

Entscheid für eine Industriepolitik

Swissmem hat sich in dieser Frage nur ein wenig bewegt. Den Arbeitgebern steht noch die neo-liberale Ideologie im Wege, die keine Wirtschaftspolitik oder Industriepolitik will. Denn das Wort «Politik» kommt aus dem griechischen und bedeutet «alle diejenigen Tätigkeiten, Gegenstände und Fragestellungen, die das Gemeinwesen betreffen».

Erfolg für Swissness-Vorlage

Konkrete Industriepolitik zu Gunsten des Werkplatzes Schweiz war das Credo der Unia bei der sogenannten Swissness-Vorlage. An der Branchenkonferenz vom 22. Februar 2013 forderten die Industriedelegierten der Unia: «Wir erwarten, dass sich das Parlament klar für den Industriestandort Schweiz und damit für eine griffige Regelung ausspricht, die mindestens 60 Prozent an Wertschöpfung in der Industrie verlangt.»

Echte Sozialpartnerschaft

Im Juni 2013 hat das Parlament die sogenannte Swissness-Vorlage überraschend deutlich gutgeheissen. Dies nicht zuletzt dank dem grossen Engagement von Nationalrat Corrado Pardini, Sektorleiter Industrie der Unia, der sich zusammen mit Vertretern der Uhrenindustrie, allen voran Swatch-Chef Nick Hayek, mit Nachdruck für die Swissness-Vorlage einsetzte. Das ist Industriepolitik im Rahmen einer echten Sozialpartnerschaft.