Gute Gründe für ein Ja

Die Altersvorsorge 2020 bringt zahlreiche Verbesserungen. Die wichtigsten Punkte im Überblick.

Rentenniveau verteidigt

Die Reform senkt den Mindestumwandlungssatz bei den Pensionskassen. Aber anders als bei wuchtig verworfenen Rentenklau-Vorlage von 2010 wird die Senkung diesmal ausgeglichen. Alle heute über 45-Jährigen haben eine Besitzstandsgarantie – für sie gilt der alte Umwandlungssatz. Bei allen anderen sorgen die höheren AHV-Renten dafür, dass die Rentensenkung in den Pensionskassen abgefedert wird.

Höhere AHV-Renten

Erstmals seit über 40 Jahren werden die AHV-Renten substantiell erhöht. Die Reform stärkt so die AHV als sicherste, fairste und günstigste Säule der Altersvorsorge. Dies ist für Frauen besonders wichtig: Für über 500‘000 Frauen ist die AHV im Alter die einzige Einkommensquelle.

AHV-Finanzierung gesichert

Die Altersvorsorge 2020 sorgt dafür, dass die AHV-Finanzen mindestens bis 2030 im Lot bleiben. Eine kleine Erhöhung der Lohnabgaben (je 0,15 Prozent) und eine leichte Anhebung der Mehrwertsteuer um 0,3 Prozent ab dem Jahr 2021 reichen dafür aus. Zusätzlich erhält die AHV ab nächstem Jahr die 0,3 Mehrwertsteuerprozente, die derzeit in die IV fliessen.

Verbesserungen für Teilzeitangestellte

Dank der Reform sind Teilzeitarbeitende künftig besser in der 2. Säule versichert. Davon profitieren viele Frauen, die immer noch die Mehrheit der Teilzeitarbeitenden stellen. Heute sind die Pensionskassenrenten der Männer im Schnitt dreimal höher als jene der Frauen.

Ältere Arbeitnehmende besser geschützt

Ältere Arbeitnehmende werden künftig bei einem Stellenverlust (ab 58 Jahren) nicht mehr aus der Pensionskasse ausgeschlossen. Bisher mussten sie ihr Kapital beziehen und verloren den Rentenanspruch. In Zukunft muss die letzte Pensionskasse ihnen eine Rente bezahlen.

Teilpensionierungen erleichtert

Neu können AHV und Pensionskasse auch als Teilrente bezogen werden. Wer schrittweise in Pension gehen will, kann leichter mit einem reduzierten Pensum arbeiten und gleichzeitig einen Teil seiner Rente beziehen. Zudem wird bei einem Vorbezug die AHV-Rente weniger stark gekürzt als heute.

Verschlechterungen abgewehrt

Gleichzeitig gelang es, verschiedene von Arbeitgeberverbänden und bürgerlichen Parteien geforderte Verschlechterungen abzuwenden. Diese wollten nicht nur die Kinder- und Witwenrenten abschaffen, sondern auch die finanzielle Basis der AHV austrocken und das Rentenalter für alle 67 Jähre und mehr erhöhen. Sie lehnten auch eine Erhöhung der AHV-Renten um monatlich 70 Franken kategorisch ab und wollen stattdessen die 2. Säule stärken. Dies, obwohl die Pensionskassen immer teurer und ihre Leistungen immer schlechter werden.