Unsere Forderungen

Freiwillige Lohnüberprüfungen funktionieren nicht, das hat der Lohngleichheitsdialog eindeutig gezeigt. Jetzt braucht es verbindliche Kontrollen und griffige Sanktionen, damit die Unternehmen gezwungen sind, die Frauenlöhne auf Diskriminierung zu überprüfen und wenn nötig anzupassen.

Von 2009 bis 2014 war die Unia am Lohngleichheitsdialog beteiligt. Dieser war ein sozialpartnerschaftliches Projekt mit dem Ziel, die Unternehmen von der freiwilligen Lohnüberprüfung zu überzeugen – und ist gescheitert. Nur knapp die Hälfte der angestrebten 100 Unternehmen hat teilgenommen.

Ende 2013 haben die Unia-Delegiertenversammlung und der SGB-Frauenkongress den Bundesrat aufgefordert, das Gleichstellungsgesetz zu revidieren. Die Unternehmen müssen regelmässig ihre Löhne auf Diskriminierung überprüfen. Bei Verstössen braucht es gesetzlich verankerte Sanktionsmöglichkeiten.

Forderungen an Bundesrat und Parlament

Im Herbst 2014 anerkannte der Bundesrat endlich die Lücken bei der Durchsetzung der Lohngleichheit und schlug Massnahmen vor. Der Vorschlag, der ins Parlament kommt, ist jedoch enttäuschend: Unternehmen werden nicht verpflichtet, festgestellte Lohndiskriminierungen zu beseitigen und können nicht bestraft werden, wenn sie untätig bleiben. Es fehlt zudem eine nationale tripartite Kontrollstelle mit umfassenden Ressourcen und Kompetenzen. Um die Lohngleichheit durchsetzen zu können, muss diese Stelle Bussen erteilen oder die Unternehmen einklagen können. Und in diesem System müssen die Gewerkschaften natürlich eine wichtige Rolle spielen.

Lohngleichheit ist kein Geschenk an die Frauen sondern ein Verfassungsauftrag. Wir werden nicht weiter warten. Wir wollen Lohngleichheit – subito!

Die Forderungen der Unia sind:

  • verbindliche und systematische Lohnkontrollen in den Betrieben
  • zwingende und sofortige Anpassung diskriminierender Löhne
  • griffige Sanktionen bei Laisser-faire und Verstössen
  • bei der Lohngleichheit gilt Nulltoleranz