Swissmetal sabotiert die bundesrätliche Mediation
10.02.2006
Dicke Post heute Morgen für die Swissmetal-Beschäftigten in Reconvilier. Mittels eingeschriebenem Brief wurden die rund 320 Angestellten aufgefordert, ihre Arbeit per sofort wieder aufzunehmen – und zwar in Dornach. Andernfalls müssten sie mit einer fristlosen Kündigung rechnen. Die lokalen Kader und die verantwortliche Gewerkschaftsvertreterin vor Ort - Unia-Geschäftsleitungsmitglied Fabienne Blanc-Kühn – wurden heute zudem mit juristischen Verfügungen eingedeckt und sollen so kriminalisiert werden.
Swissmetal treibt die Eskalation im Konflikt weiter voran und sabotiert so die gestern mit Bundesrat Deiss vereinbarte Mediation unter der Leitung des Industriellen Rolf Bloch. Einmal mehr wird klar, dass Swissmetal den Verhandlungsweg mit allen Mitteln hintertreibt. Die Interessen der Beschäftigten erscheinen in der Unternehmensstrategie von Swissmetal lediglich als Störfaktor, der eliminiert werden soll.
Das zeigt auch der heute Morgen bekannt gegebene Entscheid, das Decolletage-Werk Bosch-Jaeger im deutschen Lüdenscheid zurückzukaufen. Dieses gehörte bereits zwischen 1990 und 2003 zur Swissmetalgruppe. Damals erachtete Swissmetal das Lüdenscheider Werk aber als nicht rentabel und schickte es in den Konkurs, rund 100 von 270 ArbeitnehmerInnen verloren deshalb ihre Stelle. Der heutige Swissmetal-Boss Martin Hellweg bezeichnete es öffentlich als Hauptursache der Finanzprobleme seines Unternehmens.
Die Gewerkschaft Unia verurteilt dieses kaltschnäuzige und rücksichtlose Vorgehen. Es zeigt, dass der Swissmetal-Leitung jeglicher Respekt vor den Beschäftigten und vor vertragspartnerschaftlichen Instrumenten fehlt. Die Gewerkschaft Unia fordert die Swissmetal auf, auf jegliche weitere Provokation zu verzichten und den nun eingeleiteten Weg der Mediation zu akzeptieren.


