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Faire Arbeitsbedingungen an der Euro 2008

27.07.2007


Die Gewerkschaft Unia verlangt von den Organisatoren der Euro 2008 korrekte Arbeits­­bedingungen sowohl für die Tausenden von Freiwilligen als auch für die Beschäftigten in den Branchen, die besonders von der Euro 2008 profitieren werden. Unia fordert insbesondere die Einhaltung der allgemeinverbindlich erklärten Gesamt­arbeitsverträge im Gastgewerbe als auch in der privaten Sicherheit und verlangt einen Mindestlohn von 20 Franken für Branchen, wo es keine vertraglichen Regelungen gibt.
foto: norbert braun fotograf-bern.ch
foto: norbert braun fotograf-bern.ch


Heute beginnen die Uefa-Tochtergesellschaft Euro 2008 SA und die sogenannten Host Cities mit der Rekrutierung von Freiwilligen für die Euro 2008. Tausende von ihnen werden  im Juni 2008 im Einsatz stehen. Der grosse gesellschaftliche Event Euro 2008 wird aber auch von den Beschäftigten der Bran­chen Gastgewerbe, Detail­handel und private Sicherheit einen Zusatz­effort mit vielen Sonder­schichten verlangen.
Die Unia begrüsst, dass sowohl die Euro 2008 SA als auch die „Projekt­organi­sation Öffent­liche Hand Uefa Euro 2008“ zugesichert haben, die Einhaltung der allgemein verbindlich erklärten Gesamtarbeitsverträge des Gastgewerbes sowie der privaten Sicherheit zur Be­dingung von Auftragsvergaben zu machen. Aber auch die Behörden der Host Cities und weiterer 17 Städte mit ihren Fanmeilen und Fan-Arenen sind gefordert: Sie müssen ebenfalls sicherstellen, dass es nicht zu Gesamtarbeitsvertragsverletzungen und zu Lohn­dumping kommt. Für alle Branchen ohne allgemein verbindlich erklärte Lohnregulative fordert die Unia deshalb einen Mindestlohn von Fr. 20 pro Stunde.
Bei der Frage der Entschädigung der Freiwilligen wurden sich Unia und die Verantwortlichen der Euro 2008 nicht einig. Es liegt auf der Hand, dass Grossanlässe dieser Art auf die Freiwilligenarbeit von Menschen angewiesen sind, die nur für den „Lohn des Dabeiseins“ zu deren Gelingen beitragen. Solange es sich dabei um Gästebetreuung und Information des Publikums handelt, ist dies nachvollziehbar. Hingegen kritisiert die Unia, dass insbesondere die gewinnorientierte und gewinnmachende Euro SA 2008 auch Volunteers für qualifizierte Berufsarbeit in Bereichen wie IT und Medien­technologien einsetzen will. Hierbei und in weiteren Einsatzbereichen handelt es sich um spezialisierte Arbeit, die entlohnt werden muss.
Zugesichert wurde von allen Euro-2008-Verant­wortlichen, dass – wie von Unia gefordert – die Volunteers keinerlei Sicherheits- oder Verkaufs­aufgaben übernehmen und gut gegen die Folgen von Unfällen während ihres Freiwilligeneinsatzes versichert sein werden.
Die Unia freut sich mit ihren 200'000 Mitgliedern auf die Fussball-Europameisterschaft 2008. Sie verlangt von allen verantwortlichen Stellen sich dafür einzusetzen, dass die Euro 2008 auch für die vielen Menschen fair abläuft, die sie mit ihrer Arbeit erst möglich machen. Unia wird die Arbeitsbedingungen im Rahmen der Euro 2008 genau beobachten und wo nötig intervenieren.
 
Für weitere Auskünfte
- Ursula Häberlin, Sektor Tertiärleitung Unia

Von: Kommunikation Unia
 
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