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60-Stunden-Woche gefährdet Sicherheit und Gesundheit der Chauffeure

16.03.2010


Heute (16.3.2010) Nachmittag haben in Bern rund 60 Chauffeure und ihre Gewerkschaften gegen höhere Arbeitszeiten und für faire Haftungsregelungen protestiert. Sie übergaben sowohl dem EU-Botschafter wie auch dem zuständigen Bundesamt von Bundesrat Leuenberger ein Protestschreiben, weil sowohl in der EU wie auch in der Schweiz längere Arbeitszeiten zur Diskussion stehen, welche die Sicherheit und Gesundheit gefährden.
Übergabe Protestbrief an EU-Botschafter
Übergabe Protestbrief an EU-Botschafter

Protestaktion der Chauffeure, Fotos N. Braun
Protestaktion der Chauffeure, Fotos N. Braun

Vania Alleva spricht zu den Chaufffeuren
Vania Alleva spricht zu den Chaufffeuren

Briefübergabe vor dem UVEK
Briefübergabe vor dem UVEK


Der Bundesrat wird demnächst über die Änderung der Arbeits- und Ruhezeitverordnung entscheiden. Für die Schweizer Chauffeure geht es dabei um viel. Ihre wöchentliche Höchstarbeitszeit soll von 56 auf 60 Stunden erhöht werden. Auf europäischer Ebene läuft gar eine Diskussion über die Erhöhung der Höchstarbeitszeiten für selbständige Chauffeure auf 86 Stunden pro Woche. Aus diesem Grund übergab eine Delegation von Chauffeuren sowie deren Gewerkschaften heute persönlich ein Protestschreiben an EU-Botschafter Michael Reiterer und André Schrade, stellvertretender Generalsekretär UVEK.
 
Höhere Arbeitszeit gefährdet die Sicherheit und Gesundheit
Die Gewerkschaft Unia wehrt sich gemeinsam mit der Gewerkschaft SEV und der Gewerkschaft Kommunikation sowie der europäischen Transportgewerkschaft ETF gegen die Erhöhung der Arbeitszeit. Denn bereits heute gehört Übermüdung zu den häufigsten Unfallursachen im Strassentransport. Eine Erhöhung der Arbeitszeit würde die Sicherheit der Verkehrsteilnehmenden sowie die Gesundheit der Chauffeure gefährden.
„Ich kenne euren Alltag, mein Vater war Lastwagenchauffeur“, sagte Vania Alleva, Geschäftleitungsmitglied der Unia zu den rund 60 anwesenden Chauffeuren. „ Heute geht es noch bedeutend hektischer zu und her auf den Strassen, als zu jenen Zeiten als ich Kind war. Doch schon damals war der Arbeitstag eines Chauffeurs lang. Das hat sich nicht verändert, im Gegenteil, jetzt soll die Arbeitszeit, geht es nach den Vorstellungen des zuständigen Bundesamtes sogar noch erhöht werden. Das ist wahrlich kein Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, keine Hilfe, junge Menschen für den Beruf des Chauffeurs zu begeistern und erschwert ein soziales Leben.“
 
Chauffeure sollen nicht länger den Schwarzen Peter haben
Gleichzeitig fordern die Chauffeure und ihre Gewerkschaften, dass die schweizerische Haftungsregelung für Übertretungen der Arbeits- und Ruhezeitverordnung endlich angepasst wird. In der Schweiz werden heute die Lastwagenlenkerinnen und -lenker für etwas gebüsst, was sie meist nicht zu verantworten haben. In der EU hingegen ist der Transporteur verantwortlich für die Einhaltung der Zeiten. Die Schweiz soll in diesem Punkt endlich die europäische Regelung übernehmen und den Schwarzen Peter nicht den Chauffeuren zuschieben, forderten heute die Chauffeure und ihre Gewerkschaften.
 
Für Rückfragen:
Roland Schiesser, Branchenverantwortlicher Transport, Gewerkschaft Unia
Vania Alleva, Mitglied der Geschäftsleitung Unia
 

Von: Kommunikation Unia
 
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