Unia-Gewerkschafter/innen freigesprochen

Das Bezirksgericht Bülach hat fünf Zürcher Unia-Gewerkschafter/innen freigesprochen, die wegen Hausfriedensbruch angeklagt waren. Sie hatten von ihrem Zutrittsrecht zu Baustellen Gebrauch gemacht, um die Arbeitenden über ihre Rechte zu informieren. Auf einer Baustelle konnte deshalb auch ein schwerer Fall von Lohndumping aufgedeckt werden.

Gleich in vier Fällen haben Privatkläger und Arbeitgeber im Kanton Zürich versucht, mittels Klagen und Hausverboten die gewerkschaftliche Arbeit zu behindern.  Damit wollen sie verhindern, dass Gewerksdchafter/innen in direkten Kontakt mit den Arbeitenden treten, sie über ihre Rechte informieren und von Missständen erfahren.

Von der Verfassung garantiertes Recht

Der freie Zutritt ist Voraussetzung ist für eine wirksame Gewerkschaftsarbeit. Deshalb betrachtet ihn der Freiburger Rechtsprofessor Marcel Niggli in einem Gutachten auch als ein von der Verfassung garantiertes Recht. Denn die dort verankerte Koalitionsfreiheit besage, dass sich Arbeitnehmenden zum Schutz ihrer Interessen frei in Vereinigungen zusammenzuschliessen darf. Dazu gehöre das Recht für die Gewerkschaften, zu den Angestellten hinzugehen.