Unia fordert 150 Franken mehr Lohn für alle Bauarbeiter

An der Medienkonferenz des Sektors Bau vom 26. September 2014 in Zürich forderten die Gewerkschaften Syna und Unia eine Lohnerhöhung von 150 Franken pro Monat für alle Beschäftigten im Bauhauptgewerbe. Angesichts des Booms in der Baubranche ist die Lohnforderung nichts als fair.

Die Umsätze im Bau sind in den letzten Jahren explodiert – im Gegensatz dazu hat die Zahl der festangestellten Bauarbeiter in den letzten zehn Jahren abgenommen. Gleichzeitig nahmen der Druck, das Tempo und die Intensität der Arbeit stark zu. Dies führte von 2007 bis 2012 zu einer Produktivitätssteigerung im Bau von 9 Prozent.

Nico Lutz, Leiter Sektor Bau der Unia, sagte an der Medienkonferenz, dass alleine im Bauhauptgewerbe der Umsatz im letzten Jahr um 4.9 Prozent gestiegen sei, per Ende Jahr aber die Zahl der Beschäftigten um 2.4 Prozent zurückgegangen sei. „Die Gewinne der Baufirmen steigen. Die Gewinnmargen haben in den letzten Jahren enorm zugenommen – im Hochbau verdoppelt, im Tiefbau gar verdreifacht.“ so Nico Lutz weiter.

Weiter führten die Gewerkschaften aus, dass sich dasselbe Bild beim Gewinn pro vollbeschäftigte Person zeigt. Beim Hochbau liegt er bei 10'000 Franken pro Person, beim Tiefbau bei rund 8'000 Franken.

Steigende Gewinne: Bauarbeiter sollen angemessen beteiligt werden

Diese Gewinne wurden auf den Buckeln der Arbeiter erwirtschaftet. Die Bauarbeiter arbeiten unter enormem Termindruck und Stress. Dies dürfte mit ein Grund sein, dass die Unfallzahlen nach wie vor hoch sind: Im Durchschnitt fällt ein Bauarbeiter alle fünf Jahre wegen einem Unfall aus, die Zahl der schweren Unfälle ist in den letzten Jahren leider wieder gestiegen.

Die Lohnforderungen der Gewerkschaften sind daher nichts als berechtigt. 150 Franken für alle Bauarbeiter. Das ist für die Betriebe möglich und für die Bauarbeiter nötig.