Unia lehnt Bundesratsvorschlag zu Ladenöffnungszeiten ab

Für viele Verkäufer/innen massiv längere Arbeitstage? Nein.

Der Bundesrat hat heute einen Gesetzesentwurf für schweizweit einheitliche Mindestöffnungszeiten veröffentlicht. Er will Mindest-Verkaufszeiten von 6 bis 20 Uhr werktags und 6 bis 19 Uhr samstags einführen. Für viele Verkäufer/innen bedeutet das massiv längere Arbeitstage.

Die Unia bedauert, dass der Bundesrat den Gesetzesentwurf veröffentlicht hat, ohne vorab seriös die Folgen für die betroffenen Beschäftigten zu prüfen. Die vorgeschlagene Änderung bedeutet für  das Verkaufspersonal in zwei Dritteln aller Kantone längere Arbeitstage unter der Woche und am Samstag ohne Garantie für eine Gegenleistung. Denn viele von ihnen sind nicht durch einen Gesamtarbeitsvertrag geschützt. Deshalb hat sich die Branchenkonferenz Detailhandel der Unia bereits im Oktober klar gegen die bundesrätlichen Pläne ausgesprochen.

Profitinteressen höher gewertet

Es ist nicht annehmbar, dass der Bundesrat die Profitinteressen der grossen Detailhändler höher gewichtet als die Bedürfnisse der Beschäftigten und das heutige Recht der Kantone, die Öffnungszeiten selber festzulegen. Zudem hätte die flächendeckende Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten Auswirkungen auf die Struktur im Detailhandel. Sie begünstigt grosse Detailhändler auf Kosten kleiner und mittlerer, die sich längere Öffnungszeiten nicht leisten können.

Die Unia wird alles unternehmen, um diese unzumutbare Verschlechterung der Arbeitsbedingungen zu verhindern.