Frauenaktionstag: Lohngleichheit jetzt!

Im Erinnerung an den grossen Schweizer Frauenstreik vom 14. Juni 1991 zogen die Gewerkschaftsfrauen am 12. Juni in einem kleinen Umzug zur Bundeskanzlei. Dort übergaben sie einen überdimensionalen offenen Brief zu Handen von Bundespräsident Didier Burkhalter und fordern, dass die Lohngleichheit endlich durchgesetzt wird.

Vor 33 Jahren wurde der Gleichstellungsartikel in die Verfassung aufgenommen und vor 18 Jahren das Gleichstellungsgesetz verabschiedet. Da kann es nicht sein, dass die Frauen weitere 50 Jahre warten müssen, bis die Lohngleichheit durchgesetzt ist. Sie mussten für das Frauenstimmrecht kämpfen, sie kämpften für eine Mutterschaftsversicherung und sie werden auch mit ganzer Kraft dafür kämpfen, dass ihre Arbeit gleich bezahlt wird wie die der Männer.

Kontrollen und Sanktionen nötig

Die Gewerkschaftsfrauen verlangen, dass die Forderungen der Delegiertenversammlung des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) vom 23. Mai umgesetzt werden. Die Forderungen beinhalten drei Massnahmen, damit die Unternehmen endlich ihre Verantwortung wahrnehmen:

  • regelmässige Lohnüberprüfungen in den Betrieben
  • eine nationale Behörde unter Einbezug der Sozialpartner mit Durchsetzungskompetenzen
  • innerbetriebliche Lohntransparenz und Nulltoleranz bei festgestellter Diskriminierung

Das Problem der Frauenlöhne ist weiterhin ungelöst – von der Verkäuferin bis zur Bankerin. Angesichts dieses Missstandes ist der Gesamtbundesrat aufgefordert, für faire und anständige Löhne zu sorgen und dabei mutig und zügig voranzugehen.