ABB: Vorschläge erfüllen Erwartungen nicht

Die ABB hat heute zu den Vorschlägen der Arbeitnehmerseite im Konsultationsverfahren Stellung genommen. Die Antwort bleibt weit hinter den Erwartungen des Personals zurück. Die Unia fordert Nachverhandlungen.

Die ABB will Teile der Produktion von Genf nach Polen auslagern. Mitte Dezember legten die Angestellten Vorschläge zur Rettung der Stellen vor, die sie insbesondere in einer sechstägigen kollektiven Konsultation erarbeiteten.

Keine Entlassungen im 2018

Einige der Vorschläge werden übernommen. Der Zeitraum, in dem die Auslagerung nach Polen stattfinden soll, wird auf Druck der Beschäftigten auf 24 Monate verlängert. Das bedeutet, dass es im Jahr 2018 entgegen den ursprünglichen Plänen keine Entlassungen geben wird. Die ABB verpflichtet sich zudem, neue Stellen zu schaffen.

Zu viele Fragen ungeklärt

Insgesamt fällt die Stellungnahme jedoch weit unter den Erwartungen der Angestellten aus. Ihre qualitativ hochstehenden Vorschläge legten dar, wie die Auslagerung ohne Stellenabbau vollziehen werden kann. Trotzdem will die ABB mindestens 85 Arbeitsplätze abbauen.

Nur vage Perspektiven

Zentrale Fragen bleiben ungeklärt. Die Ausführungen der ABB über die Weiterbildungs- und Umschulungsmassnahmen für die Arbeitnehmenden sind zu vage formuliert, um den Betroffenen eine sichere Perspektive auf eine Wiederbeschäftigung zu geben.

Es braucht Nachverhandlungen

Die Belegschaft und die Unia setzen sich weiterhin dafür ein, dass möglichst viele Arbeitsplätze erhalten bleiben. Die Belegschaft wird sich Anfang nächster Woche eingehend mit den Vorschlägen befassen und die Punkte verabschieden, die eine Nachverhandlung verlangen.