Sichere Arbeitsbedingungen und anständige Löhne in der Erwachsenenbildung!

Es braucht sichere Anstellungsbedingungen und anständige Löhne in der Erwachsenenbildung. (Foto: Nadia Schärli)

Weiterbildungen spielen eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung der Corona-Krise. Eine von der Unia in Auftrag gegebene Studie zeigt aber, dass die Branche unter Druck steht und sich die Arbeitsbedingungen des Personals verschlechtern. Unterrichtende und Kursleitende im Privatsektor haben eine Resolution zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen verabschiedet.

Die Arbeitsbedingungen in der Erwachsenenbildung sind entweder schlecht oder gar nicht geregelt. Die Folgen für die Mitarbeitenden: niedrige Löhne, hohe Flexibilität, tiefe Anstellungspensen, die oft nicht einmal garantiert sind, sowie Kursausfälle. Die Erwachsenenbildner*innen tragen also einen Grossteil des unternehmerischen Risikos. Um angemessen Leben zu können, müssen sie oft für zwei oder mehr Arbeitgeber arbeiten. Sie können kaum in die zweite Säule einzahlen, somit ist das Risiko der Altersarmut im Pensionsalter gross.

Auftragsvergabe und Lohndumping

Bei der Vergabe öffentlicher Aufträge wird das Preiskriterium immer wichtiger. Die Anforderungen an die Professionalität steigen (geforderte Zertifizierungen). Öffentliche Ausschreibungen mit diesem Fokus auf den Preis ermöglichen Discount-Anbieter*innen den Markteintritt. Dies führt zu Lohndruck und einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen: mehr Flexibilisierung, weniger fixe Verträge, mehr Arbeit auf Abruf. Die Unia hat gemeinsam mit dem Schweizerischen Verband für Weiterbildung (SVEB) Stellung bezogen und fordert die Behörden dazu auf, diesem Lohndumping ein Ende zu setzen.

Resolution für bessere Arbeitsbedingungen

Die Unterrichtenden und Kursleitenden verabschiedeten eine Resolution. Darin fordern sie:

  • öffentliche Ausschreibungskriterien, die nicht nur den Preis berücksichtigen, sondern würdige Arbeitsbedingungen sowie die Qualität und die Professionalität des Unterrichts fördern;
  • den Einsatz der öffentlichen Hand zu Gunsten eines GAV für die Branche;
  • ein dezidiertes Engagement der Arbeitgeber für sichere Anstellungsverhältnisse.

Eine qualitativ gute Bildung erfordert genügend Ressourcen für die Anbieter und sichere und anständige Arbeitsbedingungen für die Angestellten. Das Vergabesystem für öffentliche Aufträge darf nicht zur Prekarisierung der Erwachsenenbildner*innen führen!


Arbeiten Sie in der Erwachsenenbildung?

Bei Fragen oder wenn Sie sich für bessere Anstellungsbedingungen in der Erwachsenenbildung einsetzen möchten, wenden Sie sich direkt an ein Unia-Sekretariat in Ihrer Nähe.