Unia-Migrationskonferenz: Für ein Europa der sozialen Gerechtigkeit

«Wir alle sind Migrant*innen» konstatierte die Unia schon 2016. An dem hat sich nichts geändert.

Die Pandemie macht die rechtliche, wirtschaftliche und soziale Verletzlichkeit vieler Migrant*innen sichtbar. An der Unia-Migrationskonferenz fordern die Delegierten von der Politik, die sozial Schwächsten zu schützen, statt zu stigmatisieren. Sie lehnen ausserdem die geplanten Verschärfungen im Ausländergesetz ab und unterstützen die Petition «Armut ist kein Verbrechen». Zudem bekräftigen sie die Forderung nach guten Beziehungen zur EU mit einem starken Lohnschutz.

Die Pandemie zeigt, wie entscheidend die Arbeit von Migrant*innen für unsere Grundversorgung ist. Doch sei es in der Pflege, im Verkauf oder in der Logistik: Ihre Löhne sind schon zu normalen Zeiten tief und sie leben vielfach unter prekären Bedingungen. Auch ihre Aufenthaltssicherheit steht permanent unter Beschuss. Anerkennung? Fehlanzeige!

Armut statt Arme bekämpfen

Geraten Menschen ohne Schweizer Pass in eine finanzielle Notlage, kann das für sie drastische Folgen haben: Im Extremfall droht ihnen gar der Verlust des Aufenthaltsrechts. In einer Resolution fordert die Unia-Migrationskonferenz das Ende dieser diskriminierenden Praxis und unterstützt einstimmig die Petition «Armut ist kein Verbrechen».

Statt Migrant*innen zu stigmatisieren brauchen sie einen Zugang zu den Sozialversicherungen ohne Angst vor Sanktionen. Niemand soll Sozialhilfe beziehen müssen – und befürchten, dies auch noch mit dem Verlust von Rechten zu bezahlen.  

Lohnschutz: gleiche Rechte für alle Arbeitnehmenden

Die Delegierten lehnen die geplanten Verschärfungen im Ausländergesetz ab und bekräftigen ihre Forderung nach guten Beziehungen mit der EU. In Hinblick auf ein Rahmenabkommen hat der Schutz der Löhne und der Arbeitsbedingungen Priorität. Es braucht starke Arbeitnehmendenrechte – für alle!