Massenentlassung bei Smood-Subunternehmen stoppen!

Die Beschäftigten von AlloService, einem Subunternehmen von Smood, wehren sich gegen die Entlassungen.

Die Situation der Zusteller*innen in Genf und in der Waadt, die für die Lieferplattform Smood arbeiten, ist immer noch schwierig. Die Geschäftsleitungen von AlloService und Smood haben nur wenige konkrete Vorschläge gemacht. Ohne eine Einigung werden in den nächsten Wochen mehrere Dutzend Menschen arbeitslos.

Die Unia und SIT haben über die Ergebnisse der Konsultation bei AlloService informiert. Die Firma macht als Subunternehmen Lieferungen für die Plattform Smood. Zwar wurde die Zahl der geplanten Entlassungen reduziert. Doch die Situation bleibt unsicher. Die Gewerkschaften fordern, dass die Genfer und Waadtländer Behörden intervenieren.

Erste ermutigende Zeichen

Doch es gibt auch ermutigende Zeichen: AlloService hat im Zusammenhang mit der Massenentlassung ein formelles Konsultationsverfahren eröffnet. Die Zahl der Entlassungen wurde von 250 auf 150 Personen reduziert (120 in Genf und 30 in Lausanne). Im Kanton Waadt wurden bereits 45 Kurier*innen wiedereingestellt. Schliesslich erklärte Smood, dass es dem System der Vergabe von Aufträgen an Subunternehmen ein Ende setzt und den Genfer Mindestlohn einhält.

Vorschläge der Beschäftigten

Heute verlangen die Beschäftigten von Smood:

  • Alle Beschäftigen direkt anzustellen, die das bis am 30. Juni ausdrücklich wünschen.
  • Die rechtlich vorgeschriebenen Arbeitsbedingungen einzuhalten, insbesondere den Genfer Mindestlohn und den Landes-Gesamtarbeitsvertrag des Gastgewerbes (L-GAV).
  • Rechtzeitig alle erforderlichen Unterlagen bereitzustellen, damit mögliche Ansprüche und die korrekte Abführung von Sozialversicherungsbeiträgen überprüft werden können.

Kantone müssen sich einschalten

Die Gewerkschaften fordern die Genfer und Waadtländer Behörden auf, die Einhaltung der Sozial- und Arbeitsgesetzgebung zu überprüfen. Das Subunternehmer-Verhältnis von AlloService und Smood verdient besondere Aufmerksamkeit. Solche Subunternehmerstrukturen wurden von den Gewerkschaften in der Vergangenheit öffentlich angeprangert, denn im Fall von Personalverleih ist es verboten, die Personalrekrutierung an ein Subunternehmen auszulagern. Die ausstehenden Ansprüche der Kurier*innen könnten daher grösser sein als von AlloService geschätzt, und dürften sich auf mehrere hunderttausend Franken belaufen.

Prekarisierung durch Subunternehmerketten beenden!

Die schweizweit tätige Firma Smood wurde von der Unia mehrfach für die schlechten Arbeitsbedingungen und Löhne ihrer Kurier*innen kritisiert: unzureichende Spesenvergütungen, teilweise unbezahlte Wartezeiten, fehlende Pausenräume, im letzten Moment geänderte oder zu spät kommunizierte Arbeitsplanung. Die Situation hat sich während der Pandemie weiter verschärft, als die Zahl der Lieferungen explodierte. Die Unia kritisiert auch die strategische Partnerschaft von Migros mit Smood. Die Migros ist seit 2019 Aktionärin und Kundin von Smood. Sie muss ihren Teil der Verantwortung für die prekären Arbeitsbedingungen am äussersten Ende der Produkt- oder Essenslieferkette (Last Mile Delivery) übernehmen.