Black Friday: Kein Preiskrieg auf Kosten des Personals!

Black Friday - Nicht für alle ein gutes Überrraschungspaket

Lohndruck, Stress, lange Arbeitstage und unbezahlte Arbeitsstunden: Das bedeuten Black Friday und Cyber Monday für Verkäufer*innen, Logistiker*innen und Kurier*innen. Die Unia fordert einen besseren Gesundheitsschutz für die Beschäftigten in diesen Branchen und dass solchen prekären und ultraflexiblen Geschäftsmodellen ein Riegel geschoben wird.

Mit dem Black Friday beginnt für den Online- und stationären Detailhandel die stressigste Zeit des Jahres. Verkäufer*innen, Logistiker*innen und Kurier*innen werden übermässig belastet, um den von den Unternehmen angeheizten Konsumrausch zu befriedigen. Der Preiskampf geht auf Kosten der Beschäftigten:

  • Lange Arbeitstage ohne absehbaren Arbeitsschluss
  • Überstunden, die nicht immer bezahlt oder kompensiert werden
  • Enorme Arbeitsbelastung infolge extrem kurzer Fristen und fehlenden Personals
  • Arbeit auf Abruf, Temporärarbeit und Auslagerung an Subunternehmen

Belastung für die Gesundheit

Die Gesundheit der Arbeitnehmenden wird stark belastet. Über sehr kurze Zeit müssen sie einen enormen Einsatz leisten. Das führt zu massivem Stress, körperlicher Erschöpfung und vielen Überstunden mit Abend- und Sonntagsarbeit. Ganz besonders unter Druck stehen die Beschäftigten mit Familienpflichten. Und das alles bei nach wie vor niedrigen Löhnen. Der Preiskrieg von Black Friday und Cyber Monday wie auch der Online-Handel setzen die Margen der Firmen unter Druck, was sich natürlich auch auf die Arbeits- und Lohnbedingungen auswirkt.

Es braucht mehr Schutz

Die Unia und ihre Mitglieder aus den betroffenen Branchen fordern ein Ende dieser prekären und ultraflexiblen Geschäftsmodelle. Sie verlangen:

  • Die Erfassung und Bezahlung aller Arbeitsstunden
  • Die strikte Einhaltung der Ruhezeiten und Pausen (keine Sechs-Tage-Woche)
  • Frühzeitig zur Verfügung gestellte Arbeitspläne, die den gesetzlichen Bestimmungen und den GAV entsprechen (inkl. Beginn und Ende des Einsatzes)
  • Begrenzung des Arbeitstages auf höchstens 10 Stunden
  • Eine schnelle Kompensation von Überstunden
  • Stopp der Arbeit auf Abruf
  • Beschränkung von Subunternehmerketten sowie Anwendung des Grundsatzes der Solidarhaftung von Erstunternehmern zu Subunternehmern

Ein guter GAV zur Bekämpfung von Unregelmässigkeiten

Schluss mit dem unfairen Wettbewerb der Preisdumper, der auf Kosten der Gesundheit und der Lebensbedingungen der Arbeitnehmenden geht. Die Beschäftigten in den Bereichen Transport, Lagerlogistik und Verarbeitung von Online-Bestellungen brauchen eine Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen durch einen mit allen Branchenpartnern ausgehandelten starken GAV, der das Personal schützt und bei allen Marktteilnehmern für gleiche Wettbewerbsbedingungen sorgt. Dafür engagiert sich die Unia.