Arbeit auf ZARA-Baustelle eingestellt

Am Freitag machte die Unia publik, dass auf der ZARA-Baustelle an der Zürcher Bahnhofstrasse mit Löhnen von nur 900 - 2000 Euro massives Lohndumping stattfindet. Gleichzeitig wurde die Immobilienbesitzerin PSP Swiss Property AG und ZARA aufgefordert, umgehend für korrekte Löhne zu sorgen. Statt Hand für Lösungen zu bieten, wird die Verantwortung in alle Richtungen abgeschoben und auf Zeit gespielt. Deshalb wurde die Arbeit auf der Baustelle im Bally-Haus heute eingestellt.

Der Weltkonzern ZARA baut zurzeit im «Bally-Haus»an der Zürcher Bahnhofstrasse einen neuen, edlen Flagshipstore. Wie die Unia am Freitag publik machte, sind jedoch die Arbeitsbedingungen deutlich weniger edel. Gemäss übereinstimmenden Aussagen der Betroffenen und entsprechenden Dokumenten, die der Unia vorliegen, werden Tiefstlöhne von nur 900 bis 2000 Euro bezahlt. Dafür müssen die rund 30-40 betroffenen Arbeiter aus dem Bauhaupt- und Ausbaugewerbe bis zu 60 Stunden pro Woche arbeiten. Damit werden sämtliche geltenden Gesamtarbeitsverträge massiv verletzt.
 
ZARA und PSP Swiss Property AG spielen auf Zeit
ZARA sowie die Bauherrin PSP Swiss Property AG stehen in der Verantwortung, dass auf ihrer Baustelle korrekte Arbeitsbedingungen herrschen. Deshalb wurden sie von der Unia schriftlich über die Vorkommnisse informiert und aufgefordert, die Missstände bis Samstag, 22. Februar, zu beheben. Statt schnellem und entschlossenem Handeln spielen beide Firmen auf Zeit und stellen für die kommenden Tage schriftliche Stellungnahmen in Aussicht. Die Erfahrung in vergleichbaren Fällen zeigt aber klar: Ohne schnelle Lösungen kommen die Betroffenen nicht zu ihrem Recht. Die Zeit wird genutzt, um Spuren zu verwischen und die Betroffenen nach Möglichkeit abzuziehen oder auszutauschen.
 
Verantwortliche Baufirma ist Tochterunternehmen von ZARA
Besonders bei ZARA ist jedes Spiel auf Zeit unglaubwürdig. ZARA ist nicht nur Mieterin der Liegenschaft sondern stellt mit ihrem Tochterunternehmen «Goainvest» auch die für die Realisation des Innenausbaus verantwortliche Firma. Die spanische «Goainvest» ist zu 100 Prozent im Besitz der Inditex, dem Mutterhaus des ZARA-Konglomerats. Die Gewerkschaft Unia hat deshalb heute Morgen auf der Baustelle im Bally-Haus an der Zürcher Bahnhofstrasse die betroffenen Arbeiten eingestellt. Es braucht jetzt eine verbindliche, schriftliche Vereinbarung, wie die korrekten Lohnzahlungen sowohl rückwirkend wie auch künftig sichergestellt werden können.