Kurzarbeit infolge Coronavirus

Hinweis: Es ist Aufgabe der kantonalen Amtsstelle, nach Prüfung jedes einzelnen Falles zu bestimmen, ob für Arbeitsausfälle infolge des Coronavirus Kurzarbeitsentschädigung geltend gemacht werden kann.

  • + Aufgabe der Arbeitslosenkasse

    Die Arbeitslosenkasse Unia leistet Ersatzzahlungen, wenn versicherte Personen ihren Arbeitsplatz verlieren. Ausserdem überprüft sie, ob Sie Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung haben.

  • + Begriff und Zweck der Kurzarbeit

    Als Kurzarbeit bezeichnet man die vom Arbeitgeber angeordnete vorübergehende Reduzierung der vertraglichen Arbeitszeit, die auf Härtefälle oder andere, vom Arbeitgeber nicht zu vertretende Umstände zurückzuführen ist; das Arbeitsverhältnis bleibt weiterbestehen. Zweck der Kurzarbeit ist die Vermeidung von Arbeitslosigkeit und der Erhalt von Arbeitsplätzen, damit die Unternehmen schwierige wirtschaftliche Perioden überbrücken und die volle Produktionskapazität bewahren können.

  • + Voranmeldeverfahren

    Der Arbeitgeber muss die Kurzarbeit bei der kantonalen Amtsstelle anmelden. Sie finden die Kontaktadresse der für Sie zuständigen kantonalen Amtsstelle hier. Der Betrieb muss der kantonalen Amtsstelle das «Formular Voranmeldung von Kurzarbeit - COVID-19» zustellen. Ab 1. September 2021 gilt wieder das ordentliche. Nach Erhalt der erforderlichen Unterlagen prüft die kantonale Amtsstelle den Antrag und fällt einen Entscheid. Der Arbeitgeber gibt unter Punkt 7 des Formulars Voranmeldung von Kurzarbeit an, bei welcher Arbeitslosenkasse er die Kurzarbeitsentschädigung geltend machen will.

    Viele Kantone wie auch das SECO haben eine Hotline für Unternehmen und Angestellte eingerichtet.

  • + Ausweitung und Vereinfachung Kurzarbeit

    Durch die aktuelle wirtschaftliche Ausnahmesituation sind auch Personen, welche befristet, temporär oder in arbeitgeberähnlichen Anstellungen arbeiten sowie Personen, die in einem Lehrverhältnis stehen, stark betroffen. Deshalb wurden die Ansprüche auf Kurzarbeitsentschädigung ausgeweitet und die Beantragung vereinfacht: Gewisse Vereinfachungen und Ausweitungen wurden unterdessen wieder aufgehoben und z.T. auch erneut eingeführt

    Anspruchsberechtigte Personen:

    • Alle Arbeitnehmende auf Abruf, auch solche deren Beschäftigungsgrad um mehr als 20 Prozent schwankt und die seit mindestens 6 Monaten in diesem Unternehmen auf Abruf arbeiten, sind anspruchsberechtigt. Von September 2020 bis September 2021 gilt zudem die Voraussetzung, dass die Personen in einem unbefristeten Arbeitsvertrag stehen.
       
    • Personen in einem Arbeitsverhältnis auf bestimmte Dauer ohne vereinbarte Kündigungsmöglichkeit waren anspruchsberechtigt von März bis August 2020. Von Januar 2021 bis September 2021 haben alle befristeten Angestellten mit einem definierten Arbeitspensum Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung.
       
    • Von Juli 2021 bis September 2021 besteht für Arbeitnehmende auf Abruf und befristete Angestellte nur dann ein Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung, wenn behördlich angeordnete Massnahmen die vollständige Arbeitsaufnahme im Betrieb verhindern; d.h. wenn durch restriktive Massnahmen die Tätigkeit behindert wird (bspw. durch Einschränkungen betreffend die Anzahl zulässiger Personen).
       
    • Der Arbeitsausfall von Personen, die in einem Lehrverhältnis stehen, war anrechenbar von März bis Mai 2020 und unter gewissen Voraussetzungen ab Januar bis September 2021.
       
    • Für Personen im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit bestand der Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung nur bis Ende August 2020.
       
    • Bis Ende Mai 2020 konnte Kurzarbeitsentschädigung auch für arbeitgeberähnliche Angestellte ausgerichtet werden. Als arbeitgeberähnliche Angestellte gelten z.B. Gesellschafter einer Gmbh, welche als Angestellte gegen Entlohnung im Betrieb arbeiten. Personen, die im Betrieb des Ehegatten bzw. des eingetragenen Partners mitarbeiten, können nun auch von Kurzarbeitsentschädigungen profitieren. Sie sollen eine Pauschale von 4‘150.- Franken als Kurzarbeitsentschädigung für eine Vollzeitstelle geltend machen können.

    Weitere Bestimmungen

    • Per März 2020 wurde ein vereinfachtes, summarisches Verfahren für die Abrechnung der Kurzarbeitsentschädigung eingeführt. Dieses gilt voraussichtlich bis Ende September 2021.
    • Von März 2020 bis Juni 2021 musste nicht jeder von Kurzarbeit betroffene Mitarbeitende seine Zustimmung bestätigen. Ab Juli 2021 ist das Formular «Rapport über die wirtschaftlich bedingten Ausfallstunden») einzureichen. Mit ihrer Unterschrift darauf bestätigen die von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmenden jeweils Ende Monate die für sie geltend gemachten Arbeitsausfälle und mit der Kurzarbeit einverstanden zu sein.
    • Die aufgehobene Karenzfrist (Wartefrist) von einem Tag war ab der Abrechnungsperiode September 2020 wiedereingeführt und dann rückwirkend wieder aufgehoben. Ab Juli 2021 gilt wieder eine Karenzfrist von einem Tag je Abrechnungsperiode. Damit hat sich der Arbeitgeber an den Arbeitsausfällen zu beteiligen.
       
    • Die Abrechnungsperioden ab März 2020 bis und mit März 2021 werden für die maximale Bezugsdauer von 4 Abrechnungsperioden bei mehr als 85% Arbeitsausfall nicht angerechnet. Ab April 2021 werden die bezogenen Monate mit Arbeitsausfall von über 85% wieder an die maximal 4 Monate pro Rahmenfrist angerechnet.
       
    • Die Höchstdauer für den Bezug von KAE wurde auf 24 Abrechnungsperioden (Monate) erhöht. Diese Regelung ist befristet bis Februar 2022.
       
    • Während der Abrechnungsperioden Juni 2020 bis November 2020 war ein Arbeitsausfall von mehr als 85% und ab Juni 2021 ist einer von mehr als 50% zu begründen und mit plausiblen betrieblichen Unterlagen zu untermauern.
       
    • Zwischenbeschäftigungen von Arbeitnehmenden in Kurzarbeit werden von März 2020 bis September 2021 nicht berücksichtigt.
       
    • Arbeitnehmende müssen ihre Überstunden nicht zuerst abbauen, bevor sie von Kurzarbeitsentschädigungen profitieren können. Hingegen sind die Bestimmungen zur betrieblichen Gleitzeitregelung auch während des summarischen Verfahrens in Kraft. Während Kurzarbeitsphasen ist es nicht zulässig, unverhältnismässig viele Mehrstunden (mehr als minus 20 bis plus 20 Stunden) im Rahmen einer betrieblichen Gleitzeitregelung zu leisten. Mehrstunden reduzieren die wirtschaftlich bedingten Ausfallstunden eines Mitarbeitenden solange nicht, bis die Mehrstunden den Saldo von plus 20 Stunden überschreiten. Umgekehrt führen Fehlstunden, welche dem Gleitzeitkonto belastet werden, zu keiner Erhöhung der wirtschaftlich bedingten Ausfallstunden bis sie minus 20 Stunden überschreiten.
  • + Wahlfreiheit bei der Angabe von Personen auf der KAE-Abrechnung

    Wahlfreiheit bei der Angabe von Personen auf der KAE-Abrechnung

    Für Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung und für Lernende hatten die Betriebe in den Monaten März bis Mai 2020 die Wahl, ob sie die Sollstunden und die Löhne auf der KAE-Abrechnung mit einschliessen wollten oder nicht. Für die Abrechnungsperioden ab Juni 2020 und für alle anderen Personengruppen gilt diese Wahlfreiheit nicht. Das bedeutet; in der Summe der Sollstunden und der Löhne sind alle Mitarbeiter der anspruchsberechtigten Personengruppen zu berücksichtigen. Nicht (mehr) Anspruchsberechtigte hingegen sind komplett nicht einzuschliessen.

    Ab Abrechnungsperiode September 2020 steht es den Betrieben frei, ob sie Arbeitnehmende auf Abruf – die ja normalerweise vom Anspruch auf KAE ausgeschlossen sind – auf der Abrechnung berücksichtigen wollen oder nicht, da sich eine Mitberücksichtigung unter Umständen bezüglich Entschädigungshöhe und Erreichen des Mindestausfalls von 10 % negativ für den Betrieb auswirken kann. Es würde dem Sinn der Covid-19 Verordnung entgegenlaufen, wenn Betriebe im Einzelfall gezwungen werden, diese Personenkategorie auf der Abrechnung zu berücksichtigen, wenn sich dadurch ihr Anspruch verschlechtert oder gar wegfällt (10 % Hürde).

    Es können pro Abrechnungsperiode jedoch nur entweder alle Arbeitnehmenden auf Abruf oder keiner in die Abrechnung aufgenommen werden.

    Für befristet Angestellte gilt ab der Abrechnungsperiode Januar 2021 ebenfalls Wahlfreiheit, ob sie auf der Abrechnung angegeben werden oder nicht. Es können pro Abrechnungsperiode jedoch nur entweder alle befristet Angestellten oder keiner in die Abrechnung mit aufgenommen werden.

  • + Höhe der Entschädigung

    Für Arbeitnehmende mit tiefen Einkommen bis CHF 3’470 beträgt die Kurzarbeitsentschädigung ab 1. Dezember 2020 100 Prozent. Bei Einkommen von mehr als CHF 3'470 und weniger als CHF 4’340 Franken wird die Kurzarbeit bei einem vollständigen Verdienstausfall mit CHF 3'470 entschädigt, teilweise Verdienstausfälle werden anteilig berechnet. Ab CHF 4'340 beträgt die Kurzarbeitsentschädigung regulär 80 Prozent. Die Einstufung von Teilzeitlöhnen findet anhand des auf ein Vollzeitpensum hochgerechneten Lohnes statt.

    Die Regelung für Geringverdienende gilt voraussichtlich bis 31. Dezember 2021.

  • + Beispiel Kurzarbeitsentschädigung

    Wenn bei einer Vollzeitbeschäftigung mit einem Monatslohn von brutto CHF 5'000.00 die Arbeit um 50% reduziert wird, muss der Arbeitgeber einen Lohn von brutto CHF 4’500.00 pro Monat zahlen (Berechnung: CHF 2'500.00 für 50% Arbeit + 80% von CHF 2'500.00 für die ausgefallene Arbeitszeit von 50% ).

  • + Vereinfachte Abrechnung der Kurzarbeitentschädigung

    Das SECO bietet neuerdings ein Online Formular und eine Anleitung in Form eines Tools an. Dies ist ein benutzerfreundliches und hilfreiches Instrument, welches das Ziel hat die Abrechnung einer Kurzarbeitsentschädigung zu vereinfachen. Ausserdem gelangen Sie über das Tool auch an die notwendigen Formulare betreffend Kurzarbeit.

  • + Pflichten des Arbeitgebers

    Der Arbeitgeber muss den von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmenden am ordentlichen Zahltagstermin den vollen Lohn für die gearbeiteten Stunden zahlen und für die ausgefallenen Stunden 80% des Verdienstausfalls vorschiessen. Er ist ausserdem verpflichtet, die vollen gesetzlichen und vertraglich vereinbarten Sozialversicherungsbeiträge entsprechend der normalen Arbeitszeit zu bezahlen . Zudem muss der Arbeitgeber für alle von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmenden über ein System zur Kontrolle / Erfassung der Arbeitszeit verfügen (z.B.  Stempelkarten, Stundenrapporte, usw.).

  • + Entschädigungsanspruch

    Sobald die kantonale Amtsstelle einen positiven Entscheid gefasst hat, fordert die bei der Voranmeldung gewählte Arbeitslosenkasse den Arbeitgeber auf, die notwendigen Unterlagen für die Auszahlungen der Kurzarbeitsentschädigung einzureichen. Der Betrieb muss seinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung innerhalb von 3 Monaten nach Ende der betreffenden Abrechnungsperiode geltend machen, da ansonsten sein Anspruch verfällt.

  • + Weitere Informationen zu Kurzarbeitsentschädigung und Coronavirus

    Wegen des Coronavirus und seiner Folgen hat der Bundesrat ausserordentliche Massnahmen im Zusammenhang mit der Kurzarbeitsentschädigung der Arbeitslosenversicherung getroffen. Einzelne Aspekte der im Normalfall bestehenden, oben beschriebenen Regelungen zur Kurzarbeitsentschädigung können daher ab sofort temporär angepasst oder ausser Kraft sein. Die entsprechenden Informationen sind auf der Webseite Neues Coronavirus des SECO zu finden.

    Für weitere Fragen empfehlen wir Ihnen die FAQ - Arbeitsausfälle und Kurzarbeit im Zusammenhang mit dem Coronavirus auf der Website des SECO's ganz unten zu konsultieren.

Haben Sie noch Fragen?

Bei allfälligen Fragen rund um die Kurzarbeit, stehen wir Ihnen gerne unter dieser E-Mail Adresse zur Verfügung.