FAQ zu Kurzarbeit und Coronavirus

1. Welches ist die Voranmeldefrist für Kurzarbeit?

Sie beträgt normalerweise 10 Tage und muss mit dem Formular «Voranmeldung für Kurzarbeit - COVID-19» bei der Kantonalen Amtsstelle (KAST) des jeweiligen Kantons geltend gemacht werden. Im Rahmen der Sonderregelungen zur KAE wurden die Dauer der Voranmeldefrist mehrmals geändert.

Zuletzt ist die Voranmeldefrist für KAE mit Beschluss vom 20.03.2021 rückwirkend seit 01. September 2020 bis am 31. Dezember 2021 aufgehoben worden. Eine Pflicht zur Voranmeldung der Kurzarbeit bei der kantonalen Amtsstelle besteht jedoch weiterhin!

2. Wo reiche ich die Voranmeldung ein?

Zuständig für die Behandlung der Voranmeldung ist die KAST des Kantons, in dem sich der Betrieb oder die Betriebsabteilung befindet. Im Rahmen der vorliegenden Erleichterungen ist es zulässig, alle Voranmeldungen der verschiedenen Betriebsabteilungen zentral bei der KAST am Hauptsitz des Betriebes einzureichen. Es muss jedoch nach wie vor für jede Abteilung eine separate Voranmeldung eingereicht werden. Kontaktdaten der KAST finden sich hier.

3. Wie rasch bekomme ich Geld und was braucht es für die Abrechnung?

Wenn die Verfügung der KAST bewilligt ist, muss der Anspruch bei der entsprechenden Arbeitslosenkasse mittels einigen Formularen, insbesondere des Antrages auf «Kurzarbeitsentschädigung - COVID-19» geltend gemacht werden. Sobald diese den Anspruch geprüft hat, wird innert Monatsfrist ausbezahlt. Ausserdem besteht die Möglichkeit das hauseigene Tool des SECO zu benutzen. Das SECO bietet nämlich neuerdings ein benutzerfreundliches und hilfreiches Tool an, welches das Ziel hat die Abrechnung einer Kurzarbeitsentschädigung nachvollziehbar und vereinfacht online darzustellen. Ausserdem gelangen Sie über das Tool auch an die notwendigen Formulare betreffend Kurzarbeit.

4. Kann der Geschäftsinhaber auch Kurzarbeitsentschädigung geltend machen?

Personen mit massgeblichem Einfluss und/oder Geschäftsführer und –Inhaber haben grundsätzlich kein Anrecht auf Kurzarbeitsentschädigung. Jedoch hat der Bundesrat am 20.03.2020 entschieden, dass Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung und ihre mitarbeitenden Ehegatten ausnahmsweise auch Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung haben, jedoch nur bis und mit der Abrechnungsperiode Mai 2020. Bei diesen konnte pro Abrechnungsperiode ein Pauschalbetrag von 4'150 Franken bei Vollzeitbeschäftigung als massgebender Lohn berücksichtigt werden.

5. Welche Personen haben aufgrund der neu beschlossenen Massnahmen nun ebenfalls Anspruch auf KAE?

Ausnahmsweise haben in dieser ausserordentlichen Lage auch die folgenden Personen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung:

 

  1. Personen in einem befristeten Arbeitsverhältnis (auch ohne vertraglich vereinbarte Kündigungsmöglichkeit), jedoch nur bis Ende August 2020 und wieder ab dem 1. Januar 2021.
  2. Personen in einem Lehrverhältnis (Lernende) und die Lehrmeister, jedoch nur bis Ende Mai 2020 und erneut ab dem 1. Januar 2021.
  3. Personen im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit, jedoch nur bis Ende August 2020
  4. Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung (Bsp. GmbH-Gesellschafter) und ihre mitarbeitenden Ehegatten (oder eingetragenen Partner), jedoch nur bis Ende Mai 2020
  5. Alle Arbeitnehmenden auf Abruf, die seit mindestens 6 Monaten in gleichen Unternehmen auf Abruf arbeiten und einen unbefristeten Arbeitsvertrag haben, auch solche deren Beschäftigungsgrad um mehr als 20 Prozent schwankt

6. Wer muss die Kurzarbeit für Temporärangestellte einreichen?

Die Kurzarbeit für Personen im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit muss der Personalverleiher beantragen.

7. Welche Personen haben weiterhin keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung?

Kein Anspruch besteht weiterhin für Personen in gekündigtem Arbeitsverhältnis, für Personen, die mit der Kurzarbeit nicht einverstanden sind, und für Personen, deren Arbeitsausfall nicht bestimmbar ist. Ab dem 1. Juni 2020 besteht für Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung kein Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung und ab 1. September 2020 besteht für Temporärangestellte kein Anspruch mehr auf Kurzarbeitsentschädigung.

8. Haben Arbeitnehmende auf Abruf Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung?

Alle Arbeitnehmenden auf Abruf mit unbefristeten Arbeitsvertrag, auch solche deren Beschäftigungsgrad um mehr als 20 Prozent schwankt und die seit mindestens 6 Monaten in diesem Unternehmen auf Abruf arbeiten, sind anspruchsberechtigt.

9. Müssen die Arbeitnehmenden zuerst die Überstunden abbauen?

Grundsätzlich ja. Jedoch wurde im Massnahmenpaket vom 20.03.2020 beschlossen, dass die vor Einführung der Kurzarbeit geleisteten Mehrstunden nicht mehr zuerst abgebaut werden müssen.

10. Wie hoch ist die Karenzzeit?

Generell beträgt die Karenzeit bei Kurzarbeit 2 Tage.  Für die Periode bis Ende August 2020 wurde diese aufgehoben. Die Karenzzeit wurde zwar ab 1. September 2020 wiedereingeführt, jedoch auf 1 Tag reduziert. Aktuell hat der Bundesrat aber diese wieder ganz aufgehoben und dies rückwirkend ab dem 1. September 2020.

11. Wie lange kann ich Kurzarbeit machen?

Während einer Rahmenfrist von 2 Jahren kann während längstens 12 Monaten Kurzarbeit ausbezahlt werden. Aufgrund der aktuellen Situation wurde dies auf 18 Monate erhöht. Die maximale Bezugsdauer von Kurzarbeitsentschädigung bei mehr als 85 Prozent Arbeitsausfall von vier Abrechnungsperioden wird zwischen dem 1. März 2020 und 31. März 2021 rückwirkend aufgehoben. Die Nichtberücksichtigung dieser Abrechnungsperioden wird entsprechend verlängert.

12. Wo finde ich weitergehende Informationen?

Das SECO veröffentlicht aktuelle Informationen zu Arbeitsausfällen infolge des Coronavirus auf einer neuen Rubrik auf der Website. Hier findet man auch die FAQ zu Kurzarbeit infolge Coronavirus. Bei allfälligen Fragen rund um die Kurzarbeit, stehen wir Ihnen gerne unter dieser E-Mail Adresse zur Verfügung.