Kurzarbeit infolge Coronavirus

Arbeitsausfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus

Hinweis: Es ist Aufgabe der kantonalen Amtsstelle, nach Prüfung jedes einzelnen Falles zu bestimmen, ob für Arbeitsausfälle infolge des Coronavirus Kurzarbeitsentschädigung geltend gemacht werden kann.

Aufgabe der Arbeitslosenkasse: Die Arbeitslosenkasse zahlt Kurzarbeitsentschädigung aus, sobald die kantonale Amtsstelle den Anspruch auf Entschädigung anerkannt hat. 

Begriff und Zweck der Kurzarbeit: Als Kurzarbeit bezeichnet man die vom Arbeitgeber angeordnete vorübergehende Reduzierung der vertraglichen Arbeitszeit, die auf Härtefälle oder andere, vom Arbeitgeber nicht zu vertretende Umstände zurückzuführen ist; das Arbeitsverhältnis bleibt weiterbestehen. Zweck der Kurzarbeit ist die Vermeidung von Arbeitslosigkeit und der Erhalt von Arbeitsplätzen, damit die Unternehmen schwierige wirtschaftliche Perioden überbrücken und die volle Produktionskapazität bewahren können.

Voranmeldeverfahren: Der Arbeitgeber muss die Kurzarbeit bei der kantonalen Amtsstelle anmelden. Sie finden die Kontaktadresse der für Sie zuständigen kantonalen Amtsstelle hier. Die kantonale Amtsstelle stellt den Betrieben das «Formular Voranmeldung von Kurzarbeit - COVID-19» (Excel) zu, prüft den Antrag nach Erhalt der angeforderten Unterlagen und fällt einen Entscheid. Der Arbeitgeber gibt unter Punkt 7 des Formulars Voranmeldung von Kurzarbeit an, bei welcher Arbeitslosenkasse er die Kurzarbeitsentschädigung geltend machen will.

Viele Kantone wie auch das SECO haben eine Hotline für Unternehmen und Angestellte eingerichtet.

Ausweitung und Vereinfachung Kurzarbeit: Durch die aktuelle wirtschaftliche Ausnahmesituation sind auch Personen, welche befristet, temporär oder in arbeitgeberähnlichen Anstellungen arbeiten sowie Personen, die in einem Lehrverhältnis stehen, stark betroffen. Deshalb sollen die Ansprüche auf Kurzarbeitsentschädigung ausgeweitet und die Beantragung vereinfacht werden:
 

  • Neu kann die Kurzarbeitsentschädigung auch für Angestellte in befristeten Arbeitsverhältnissen und für Personen im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit ausgerichtet werden.
  • Neu soll der Arbeitsausfall auch für Personen, die in einem Lehrverhältnis stehen, anrechenbar werden. Dies jedoch nur bis Ende Mai 2020  
  • Ausserdem kann Kurzarbeitsentschädigung bis Ende Mai 2020 auch für arbeitgeberähnliche Angestellte ausgerichtet werden. Als arbeitgeberähnliche Angestellte gelten z.B. Gesellschafter einer Gmbh, welche als Angestellte gegen Entlohnung im Betrieb arbeiten. Personen, die im Betrieb des Ehegatten bzw. des eingetragenen Partners mitarbeiten, können nun auch von Kurzarbeitsentschädigungen profitieren. Sie sollen eine Pauschale von 4‘150.- Franken als Kurzarbeitsentschädigung für eine Vollzeitstelle geltend machen können.
  • Neu sind auch alle Arbeitnehmenden auf Abruf, auch solche deren Beschäftigungsgrad um mehr als 20 Prozent schwankt und die seit mindestens 6 Monaten in diesem Unternehmen auf Abruf arbeiten, anspruchsberechtigt.
  • Die bereits gesenkte Karenzfrist (Wartefrist) für Kurzarbeitsentschädigungen wird aufgehoben. Damit entfällt die Beteiligung der Arbeitgeber an den Arbeitsausfällen.
  • Neu müssen Arbeitnehmer nicht mehr zuerst ihre Überstunden abbauen, bevor sie von Kurzarbeitsentschädigungen profitieren können.
  • Im Bereich der Abwicklung der Gesuche sowie der Zahlungen von Kurzarbeit wurden ferner noch dringliche Vereinfachungen mit der Verabschiedung neuer Bestimmungen vorgenommen. Damit wird bspw. eine Bevorschussung von fälligen Lohnzahlungen via KAE möglich.  

Höhe der Entschädigung: Die Kurzarbeitsentschädigung beträgt 80% des anrechenbaren Arbeitsausfalls.

Vereinfachte Abrechnung der Kurzarbeitentschädigung: Das SECO bietet neuerdings ein Online Formular und eine Anleitung in Form eines Tools an. Dies ist ein benutzerfreundliches und hilfreiches Instrument, welches das Ziel hat die Abrechnung einer Kurzarbeitsentschädigung zu vereinfachen. Ausserdem gelangen Sie über das Tool auch an die notwendigen Formulare betreffend Kurzarbeit.

Pflichten des Arbeitgebers: Der Arbeitgeber muss den von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmenden am ordentlichen Zahltagstermin den vollen Lohn für die gearbeiteten Stunden zahlen und für die ausgefallenen Stunden 80% des Verdienstausfalls vorschiessen. Er ist ausserdem verpflichtet, die vollen gesetzlichen und vertraglich vereinbarten Sozialversicherungsbeiträge entsprechend der normalen Arbeitszeit zu bezahlen . Zudem muss der Arbeitgeber für alle von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmenden über ein System zur Kontrolle / Erfassung der Arbeitszeit verfügen (z.B.  Stempelkarten, Stundenrapporte, usw.).

Beispiel: Wenn bei einer Vollzeitbeschäftigung mit einem Monatslohn von brutto CHF 4'000.00 die Arbeit um 50% reduziert wird, muss der Arbeitgeber einen Lohn von brutto CHF 3’600.00 pro Monat zahlen (Berechnung: CHF 2'000.00 für 50% Arbeit + 80% von CHF 2'000.00 für die ausgefallenen Arbeitszeit von 50% ).

Entschädigungsanspruch: Sobald die kantonale Amtsstelle einen positiven Entscheid gefasst hat, fordert die bei der Voranmeldung gewählte Arbeitslosenkasse den Arbeitgeber auf, die notwendigen Unterlagen für die Auszahlungen der Kurzarbeitsentschädigung einzureichen.

Kurzarbeitsentschädigung und Coronavirus: Wegen des Coronavirus und seiner Folgen hat der Bundesrat ausserordentliche Massnahmen im Zusammenhang mit der Kurzarbeitsentschädigung der Arbeitslosenversicherung getroffen. Einzelne Aspekte der im Normalfall bestehenden, oben beschriebenen Regelungen zur Kurzarbeitsentschädigung können daher ab sofort temporär angepasst oder ausser Kraft sein. Die entsprechenden Informationen sind auf der Webseite Neues Coronavirus des SECO zu finden.

Für weitere Fragen empfehlen wir Ihnen die FAQ - Arbeitsausfälle und Kurzarbeit im Zusammenhang mit dem Coronavirus auf der Website des SECO's ganz unten zu konsultieren.

Bei allfälligen Fragen rund um die Kurzarbeit, stehen wir Ihnen gerne unter dieser E-Mail Adresse zur Verfügung.