FAQ zu Kurzarbeit und Coronavirus

1. Welches ist die Voranmeldefrist für Kurzarbeit?

Sie beträgt generell 10 Tage und muss mit dem Formular «Voranmeldung für Kurzarbeit - COVID-19» (Excel) bei der Kantonalen Amtsstelle (KAST) des jeweiligen Kantons geltend gemacht werden. Die Voranmeldefrist für Kurzarbeit wurde infolge der Coronavirus-Krise ganz aufgehoben, was bedeutet, dass das Unternehmen keine Voranmeldefrist abwarten muss.

2. Wo reiche ich die Voranmeldung ein?

Zuständig für die Behandlung der Voranmeldung ist die KAST des Kantons, in dem sich der Betrieb oder die Betriebsabteilung befindet. Im Rahmen der vorliegenden Erleichterungen ist es zulässig, alle Voranmeldungen der verschiedenen Betriebsabteilungen zentral bei der KAST am Hauptsitz des Betriebes einzureichen. Es muss jedoch nach wie vor für jede Abteilung eine separate Voranmeldung eingereicht werden. Kontaktdaten der KAST finden sich hier.

3. Wie rasch bekomme ich Geld?

Wenn die Verfügung der KAST bewilligt ist, muss der Anspruch bei der entsprechenden Arbeitslosenkasse mittels einigen Formularen, insbesondere des Antrages auf «Kurzarbeitsentschädigung - COVID-19» (Excel) geltend gemacht werden. Sobald diese den Anspruch geprüft hat, wird innert Monatsfrist ausbezahlt.

4. Kann der Geschäftsinhaber auch Kurzarbeitsentschädigung geltend machen?

Personen mit massgeblichem Einfluss und/oder Geschäftsführer und –Inhaber haben grundsätzlich kein Anrecht auf Kurzarbeitsentschädigung. Jedoch hat der Bundesrat am 20.03.2020 entschieden, dass Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung und ihre mitarbeitenden Ehegatten ausnahmsweise auch Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung haben. Bei diesen kann neu pro Abrechnungsperiode ein Pauschalbetrag von 3'320 Franken bei Vollzeitbeschäftigung als massgebender Lohn berücksichtigt werden.

5. Welche Personen haben aufgrund der am 20.03.2020 beschlossenen Massnahmen nun ebenfalls Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung?

Ausnahmsweise haben in dieser ausserordentlichen Lage auch die folgenden Personen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung:

  1. Personen in einem befristeten Arbeitsverhältnis
  2. Personen in einem Lehrverhältnis (Lernende) und die Lehrmeister
  3. Personen im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit
  4. Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung (Bsp. GmbH-Gesellschafter) und ihre mitarbeitenden Ehegatten (oder eingetragenen Partner)

6. Wer muss die Kurzarbeit für Temporärangestellte einreichen?

Die Kurzarbeit für Personen im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit muss der Personalverleiher beantragen.

7. Welche Personen haben weiterhin keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung?

Kein Anspruch besteht weiterhin für Personen in gekündigtem Arbeitsverhältnis, für Personen, die mit der Kurzarbeit nicht einverstanden sind, und für Personen, deren Arbeitsausfall nicht bestimmbar ist (bspw. Arbeitsverhältnisse auf Abruf)

8. Müssen die Arbeitnehmenden zuerst die Überstunden abbauen?

Grundsätzlich ja. Jedoch wurde im Massnahmenpaket vom 20.03.2020 beschlossen, dass . die vor Einführung der Kurzarbeit geleisteten Mehrstunden nicht mehr zuerst abgebaut werden müssen.

9. Wie hoch ist die Karenzzeit?

Generell beträgt die Karenzeit bei Kurzarbeit 2 Tage. Aktuell hat der Bundesrat diese ganz aufgehoben.

10. Wie lange kann ich Kurzarbeit machen?

Während einer Rahmenfrist von 2 Jahren kann während längstens 12 Monaten Kurzarbeit ausbezahlt werden. Es kann sein, dass dies aber aufgrund der aktuellen Situation auf z.B. 18 Monate erhöht wird. Der Arbeitsausfall darf innerhalb der Rahmenfrist für den Leistungsbezug jedoch während längstens 4 Abrechnungsperioden 85 % der normalen betrieblichen Arbeitszeit überschreiten.

11. Wo finde ich weitergehende Informationen

Das SECO veröffentlicht aktuelle Informationen zu Arbeitsausfällen infolge des Coronavirus auf einer neuen Rubrik auf der Website. Hier findet man auch die FAQ zu Kurzarbeit infolge Coronavirus.