Detailhandel

Eine Kundin und eine Verkäuferin an einer Kasse.

Im Detailhandel muss immer weniger Personal mehr Aufgaben übernehmen. Unregelmässige Arbeitszeiten und tiefe Löhne belasten die Angestellten zusätzlich. Vor allen Frauen erhalten für ihren Beruf zu wenig Anerkennung. Deshalb braucht es mehr Gesamtarbeitsverträge (GAV), die die Angestellten im Detailhandel schützen.

Im Detailhandel sind lange Arbeitszeiten und tiefe Löhne weit verbreitet. Doch die Anforderungen an das Personal steigen ständig: Weniger Angestellte müssen immer mehr Aufgaben erledigen. Sie müssen sich an neue digitale Systeme anpassen und sich Wissen über neue Produkte aneignen. Zeit dazu haben sie kaum. Und: Im Detailhandel arbeiten vorwiegend Frauen. Viele von ihnen sind unfreiwillig Teilzeit tätig und müssen mit einem sehr tiefen Einkommen auskommen. Zudem fordern sie die unregelmässigen Arbeitszeiten am Abend und am Wochenende heraus – insbesondere, wenn sie eine Familie haben.

Gesamtarbeitsverträge schützen Angestellte

Generell sind einzelne Mitarbeitende gegenüber den Arbeitgebern in einer schwächeren Position. Deshalb gibt es in der Schweiz Gesamtarbeitsverträge (GAV). Sie regeln die Arbeitsbedingungen und schützen die Angestellten. Ein GAV ist immer besser, als das Arbeitsgesetz. Sei dies bei der Arbeitszeit, bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, bei den Renten oder bei den Löhnen.

Wie entsteht ein GAV? Wollen die Beschäftigten des Detailhandels ihre Arbeits- und Lohnbedingungen kollektiv verbessern, beauftragen sie eine Gewerkschaft, die den Vertrag mit den Arbeitgebern und Verbänden aushandelt. Die vereinbarten Bedingungen und Regeln gelten dann für alle Beschäftigten innerhalb des Vertrages.

GAV Coop Genossenschaft und andere Verträge

Die Unia hat mit einzelnen Betrieben im Detailhandel Gesamtarbeitsverträge ausgehandelt. Zum Beispiel den nationalen GAV Coop Genossenschaft. Einzelne Regionen schützen ihr Verkaufspersonal mit einem GAV, wie der Kanton Neuenburg. Langfristig verfolgen wir das Ziel eines gesamtschweizerischen Rahmen-GAV, welchen GAVs mit einzelnen Unternehmen ergänzen.

Über 300‘000 Beschäftigte arbeiten im Detailhandel, der zweitgrössten Branche der Schweiz. Und: Jedes Jahr bildet der Detailhandel rund 25‘000 Lernende aus – so viele, wie keine andere Branche. Rund 10 Prozent der Angestellten sind Mitglied einer Gewerkschaft. Mit rund 14’000 Mitgliedern ist die Unia die grösste Gewerkschaft im Detailhandel.

Mitsprache und betriebliche Verankerung

Bei uns entscheiden die Mitglieder wo es lang geht. Sie arbeiten im Detailhandel. Sie wissen wo der Schuh drückt und definieren die Ziele für die Branche, wie:

  • den Verkaufsberuf, insbesondere die Löhne aufwerten.
  • gute Arbeitsplätze und Arbeitszeiten gewährleisten, die mit dem Familienleben zu vereinbaren sind.
  • Aus- und Weiterbildungen für alle Beschäftigten, insbesondere mit Blick auf die Digitalisierung.
  • den gesetzlichen, sozialpartnerschaftlichen und vertraglichen Rahmen in der Branche stärken.

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