Gebäudehülle

Das Gebäudehüllengewerbe ist eine stetig wachsende Branche. Die Branche kann zur Erreichung der Vision einer «2000-Watt-Gesellschaft» einen spürbaren Beitrag leisten.

Die «2000-Watt-Gesellschaft» verlangt eine markante Reduktion der CO2-Emission. Diese wird beispielsweise durch solide Dichtung und Wärmedämmung erreicht. Durch Solar- und Photovoltaikanlagen auf Dächern und an Fassaden wird ein Beitrag zur Energiegewinnung geleistet. Die Energiegewinnung von Anlagen auf Dach und an Fassaden kann den Gesamt-Energieverbrauch eines Gebäudes sogar übersteigen.

Gesamtarbeitsvertrag (GAV) Gebäudehüllengewerbe

Dem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) Gebäudehüllengewerbe sind neu auch Lernende vollumfänglich unterstellt. Die Bestimmungen des GAV gelten für alle Arbeitgeber und Arbeitnehmenden in Betrieben des Gebäudehüllengewerbes.

Betriebe im Gebäudehüllengewerbe

Zum Gebäudehüllengewerbe gehören Betriebe, welche in den nicht statisch beanspruchten Bereichen Steildach, Flachdach/Unterterrainabdichtungen und Fassadenbekleidung tätig sind. Insbesondere die folgenden Elemente im Hochbau werden dazu gezählt:

  • Integration der Dampfbremse / Wärmedämmung / Luftdichtigkeitsschicht
  • Eindeckung, Abdichtung, Bekleidung mit verschiedenen Materialien
  • Schutz und Nutzschichten
  • Montage von Elementen zur Nutzung von Solarenergie an der Gebäudehülle (Photovoltaik / Thermische Anlagen ohne Installation 220V)

Ausgeschlossen sind jedoch Fenster und Türen, Kompaktfassaden-Ausführungen mit Verputz und Abrieb, Holz-, Metallbausysteme sowie Holzfassaden.

Zahlen und Fakten

GAV-Unterstellung in der Branche: 3'960 Arbeitnehmende
Geltungsbereich GAV: ganze Schweiz ausser BS, BL, GE, VD, VS

Bessere Arbeitsbedingungen mit GAV

 

Gesetzliche Bestimmungen

GAV Gebäudehüllengewerbe

Wöchentliche Arbeitszeit

50 Stunden

Durchschnittlich 42 Stunden, maximal 50 Stunden

13. Monatslohn

Nein

Ja: 100%

Ferien

 
  • 25 Tage bis 20. Altersjahr
  • 20 Tage ab 21. Altersjahr
 
 
  • 25 Tage bis und mit vollendetem 60. Altersjahr
  • 30 Tage ab dem 61. Altersjahr
 

Feiertage

1 Tag bezahlt (1. August)

9 Tage (1. August inklusive)

Bezahlte Absenzen

 

 
  • 2 Tage bei Heirat
  • 1 Tag bei Ausmusterung
  • 1 Tag bei Umzug pro Jahr
  • 1-3 Tage bei Todesfall in Familie
  • 1 Tag bei Heirat eigener Kinder
 

Mutter-/Vaterschaftsurlaub 

 
  • 2 Wochen (10 Arbeitstage) Vaterschaftsurlaub bei 80% Lohn
  • 14 Wochen Mutterschaftsurlaub
 
 
  • 10 Tage Vaterschaftsurlaub bei 100% Lohn
  • 16 Wochen Mutterschaftsurlaub
 
Weiterbildung   Bis zu 3 Arbeitstage pro Jahr

Zuschläge

 
  • 0% Samstag
  • 50% Sonntag
  • 25% Lohnzuschlag Nacht bei weniger als 25 Nächten/Jahr
  • 10% Zeitzuschlag ab 25 Nächte/Jahr

 

 
  • 25% Samstag bis 5 Std., 50% > 5 Std. Arbeitszeit
  • 50% Abendarbeit 20-23 Uhr
  • 50% Nachtarbeit 23-06 Uhr
  • 100% Sonn-/Feiertage
  • Überstunden müssen bis Ende Mai des Folgejahres bezogen werden; sonst Auszahlung mit 25% Zuschlag
 

Berufsbeitrag

 

Lernende 5.- Fr., alle anderen Arbeitnehmenden 25.- Fr./Monat. Unia-Mitglieder erhalten diesen Betrag zurück

Lohn

Individuell

Mindestlöhne (auch für Lernende)

Lohn bei Krankheit und Unfall

100% 3 bis max. 46 Wochen

Krankheit: 80% ab 2. Tag während maximal 220 Tagen innerhalb von 900 Tagen (mit Arztzeugnis ab 1. Tag)
Unfall: 80% ab Unfalltag.

Frühpensionierung

 

Flexible Frühpensionierung (VRM) möglich ab dem 59. (Frauen) / 60. (Männer) Altersjahr,
voll ab dem 61,5. (Frauen) / 62,5. (Männer) Altersjahr

Kündigungsfristen

 

 
  • 7 Tage während Probezeit (1 Monat, max. 3 Monate)
  • 1 Monat im 1. Dienstjahr
  • 2 Monate im 2. bis 6. Dienstjahr
  • 3 Monate ab 7. Dienstjahr
  • 4 Monate ab Alter 55 mit mind. 6 Dienstjahren