Hauswirtschaft

Immer mehr Menschen - zum grössten Teil Frauen - arbeiten in Schweizer Haushalten. Oft arbeiten die Angestellten in sehr prekären Verhältnissen. Seit 2011 schützt sie ein verbindlicher Mindestlohn. Insbesondere die Arbeits- und Ruhezeiten müssen jedoch zum Schutz der Arbeitnehmenden verbindlich geregelt werden.

Mehr Schutz durch verbindlichen Mindestlohn

Immer mehr Familien in der Schweiz beschäftigen Angestellte im Haushalt – zum Teil zu sehr prekären Arbeitsbedingungen. Dank des unermüdlichen Einsatzes der Gewerkschaften gibt es für die Hausangestellten seit 2011 einen gesamtschweizerischen Normalarbeitsvertrag (NAV). Mit dem NAV Hauswirtschaft haben die Angestellten ein Anrecht auf einen verbindlichen Mindestlohn. Der NAV wurde per 1. Januar 2014 für drei Jahre verlängert und die Löhne leicht erhöht; eine zweite Verlängerung trat am 1. Januar 2017 in Kraft.

Habe ich Anrecht auf den Mindestlohn gemäss NAV?

Alle Hausangestellten, die mehr als 5 Stunden pro Woche in einem Privathaushalt arbeiten, haben Anrecht auf den Mindestlohn – unabhängig davon, ob sie Reinigungsarbeiten erledigen, Wäsche besorgen, einkaufen, kochen oder bei der Betreuung von Kindern, Betagten und Kranken mithelfen.

Flyer zum NAV Hauswirtschaft in 9 Sprachen

Die Brutto-Mindestlöhne pro Stunde ohne Zuschläge für Ferien und bezahlte Feiertage entnehmen Sie dem Falter «Mindestlöhne für Hausangestellte».

ILO-Konvention 189 zum Schutz der Hausangestellten

Die Konvention 189 der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) über menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte ist seit dem 12. November 2015 in Kraft.

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund und die Unia waren aktiv an der Ausarbeitung dieses Übereinkommens beteiligt und führten eine aktive Kampagne zur Ratifizierung des Abkommens. Die Konvention legt grundsätzliche Rechte für alle Hausangestellten fest. Das Übereinkommen enthält im Weiteren besondere Regeln für Hausangestellte, die im Haushalt der Arbeitgebenden wohnen: Ihre Privatsphäre ist zu schützen, und sie haben Anrecht auf menschenwürdige Unterkunft und sichere und gesunde Arbeitsbedingungen.

GAV Personalverleih

Seit dem 1. Mai 2016 gilt der Gesamtarbeitsvertrag (GAV) Personalverleih auch für Angestellte in Privathaushalten. Dadurch sind sie zusätzlich geschützt. Der GAV bringt zahlreiche Vorteile, etwa Mindestlöhne oder Weiterbildungsmöglichkeiten.

Links

Unia-Branchen Flyer Hauswirtschaft in 9 Sprachen