Reinigung/Facilities

Eine Frau leert einen Papierkorb in einem Büro

In der Reinigung arbeiten die meisten Angestellten Teilzeit, viele davon sind Frauen mit Migrationshintergrund. Drei Gesamtarbeitsverträge regeln die Arbeitsbedingungen des Personals. Seit 2004 sind die Löhne im Deutschschweizer Vertrag um fast 30 Prozent gestiegen, Frauen erhalten 16 Wochen Mutterschaftsurlaub und mit dem Projekt «Reine Profis» bietet die paritätische Kommission der Reinigung fachspezifische Weiterbildungen.

Über 90'000 Personen arbeiten in der Gebäudereinigung – 80 Prozent davon sind Teilzeit tätig. Die Mehrheit der Angestellten sind Frauen und haben einen Migrationshintergrund. Gesamtarbeitsverträge (GAV) definieren die Arbeitsbedingungen der Angestellten.

Drei Verträge für gute Arbeitsbedingungen in der Reinigung

Zurzeit gibt es drei Gesamtarbeitsverträge für die Gebäudereinigung, die allgemeinverbindlich sind. Allgemeinverbindlich heisst, dass alle Reinigungsunternehmen dem GAV unterstehen, auch wenn sie nicht Mitglied des Arbeitgeberverbandes Allpura sind. In der Praxis bedeutet dies, dass der GAV wie ein Gesetz wirkt:

  1. Der GAV für die Reinigungsbranche in der Deutschschweiz ist für alle Unternehmen verbindlich, die mehr als fünf Mitarbeitende beschäftigen. Für Kleinstfirmen, die weniger Angestellte haben, gelten die wesentlichen Lohn- und Arbeitsbedingungen ebenfalls. Zudem ist wichtig: Auch Teilzeitbeschäftigte sind dem GAV und all seinen Bestimmungen unterstellt, insgesamt rund 65'000 Mitarbeitende.
  2. In der Westschweiz gibt es einen weiteren GAV. Ihm sind rund 20’000 Mitarbeitende in der ganzen Romandie unterstellt. Für den Kanton Genf gelten höhere Mindestlöhne.
  3. Für den Kanton Tessin gibt es einen GAV, den die Unia nicht unterschrieben hat, weil die Löhne mit 17.20 Franken (2020) viel zu tief sind. Zum Vergleich: Im Rest der Schweiz liegt der Mindestlohn bei über 19 Franken.

Bessere Löhne, sozialer Schutz und Weiterbildungen

Die GAV haben in den letzten Jahren die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten weiter verbessert. Unter anderem in diesen Punkten:

  • Löhne: Seit 2004 sind die Löhne um rund 30 Prozent gestiegen. Seit 1. Januar 2020 gilt im Deutschschweizer Vertrag ein Stundenlohn von 19.20 Franken. In den kommenden Jahren will die Unia einen Mindestlohn von 20 Franken pro Stunde erreichen.
  • Sozialer Schutz: Der GAV garantiert einen Mutterschaftsurlaub von 16 Wochen, Zuschläge auf Nacht- und Sonntagsarbeit sowie geregelte Arbeitszeiten.
  • Karriere und Weiterbildung: Die Arbeitnehmenden in der Reinigung haben Zugang zu Sprachkursen für Deutsch und Französisch. Mit dem Projekt «Reine Profis» bietet die paritätische Kommission der Reinigung in der Deutschschweiz zudem fachspezifische Weiterbildungen. Neu gibt es auch einen Kurs zu Belästigung, Mobbing und Respekt am Arbeitsplatz. Seit 2018 gibt es den GAV-Lehrgang; nach dessen Abschluss erhalten die Absolvierenden 1 Franken mehr Lohn pro Stunde. Der GAV in der Romandie hat dieses System bereits ein paar Jahre früher erfolgreich eingeführt.

Links

  • Reine Profis – so heisst das Engagement der Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden der Reinigungsbranche. Im Zentrum steht die Weiterbildung, damit sich die Branche zukunftsorientiert entwickeln kann. Die interne Weiterbildung und qualifiziertes Reinigungspersonal sind das Ziel. Dazu gehört das Erwerben entsprechender Sprachkenntnisse wie Deutsch oder Französisch
  • Für Angestellte in Privathaushalten gelten andere Regelungen. Sie unterstehen nicht dem Gesamtarbeitsvertrag. Für sie gilt der Normalarbeitsvertrag Hauswirtschaft des Bundes (NAV Hauswirtschaft), in dem es lediglich einen zwingenden Mindestlohn gibt. Die weiteren Arbeitsbedingungen sind je nach Kanton in kantonalen NAV geregelt.

Info-Broschüre in 11 Sprachen

Der Gesamtarbeitsvertrag für die Reinigungsbranche 2018 - 2020 in der deutschen Schweiz regelt die Arbeitsbedingungen.