Asbestproblem bleibt akut

Die Folgen der Asbestkatastrophe sind auch in der Schweiz alles andere als bewältigt. Der Gewerkschaftsbund und die Unia fordern vom Bundesrat deshalb energischere Massnahmen.

Die Verwendung des krebserregenden Materials Asbest ist in der Schweiz erst seit 1990 verboten. Doch die Krankheit bricht erst nach 20 bis 50 Jahren aus. Zudem müssen viele Gebäude, in denen Asbest verwendet wurde, renoviert oder abgerissen werden. Studien gehen deshalb davon aus, dass die Krankheitsfälle in den nächsten Jahren noch zunehmen werden.

Längere Verjährungsfrist

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund und die Unia haben deshalb an einer Medienkonferenz vom Bundesart ein stärkeres Engagement gefordert, um das Asbestproblem zu bewältigen. Im Vordergrund stehen drei Forderungen:

  • Eine massive Ausdehnung der Verjährungsfrist. Bisher galt eine Frist von 10 Jahren, der Bundesrat schlug neu 30 Jahre vor, der Nationalrat will sie aber nur auf 20 Jahre verlängern. Das ist viel zu kurz. Richtig aber wäre, die Verjährung erst ab Ausbruch der Krankheit laufen zu lassen.
  • Bessere Lösungen für bereits erkrankte Asbestopfer. Die Gewerkschaften fordern einen Entschädigungsfonds, mit dem vor allem verjährte Falle bzw. Personen, deren Erkrankungen nicht als berufsbedingt anerkannt sind, profitieren könnten.
  • Mehr Präventionsmassnahmen bei Umbau- und Renovationsarbeiten, von dem insbesondere Arbeitnehmende des Ausbaugewerbes stark betroffen ist.

Für einen runden Tisch

Um die Massnahmen umzusetzen, fordern die Gewerkschaften vom Bundesart die Einberufung eines runden Tisches.