Bauarbeiter wollen geregelte Verhältnisse auf dem Bau und kein Chaos

Unia Co-Präsidentin Vania Alleva vor der Landsgemeinde Bau im Kursaal Bern

500 Bauarbeiter haben die Reise zur Landsgemeinde in Bern gemacht. Foto: © Manu Friederich

Demo Umzug im Anschluss an die Landsgemeinde 2015 in Bern. Foto: © Manu Friederich

500 Bauarbeiter forderten heute an der Landsgemeinde Bau in Bern die Aufnahme von Verhandlungen über einen neuen Landesmantelvertrag (LMV). Der Baumeisterverband verweigert bis jetzt die Verhandlungen. Die Bauarbeiter sind bereit, für einen neuen LMV zu kämpfen.

Der Landesmantelvertrag (LMV) für das Bauhauptgewerbe regelt die Arbeitsbedingungen von rund 100'000 Bauarbeitern. Er läuft Ende dieses Jahres aus. Ohne LMV gibt es keine verbindlichen Mindestlöhne und keinen Schutz gegen Lohndumping. Für die Bauarbeiter und die Baufirmen hätte dies katastrophale Auswirkungen.

Bis jetzt hat der Schweizerische Baumeisterverband wiederholt Verhandlungen über die Erneuerung des LMV abgelehnt. Diese müssten jetzt rasch beginnen, forderten die Bauarbeiter heute. Sonst droht auf das nächste Jahr ein vertragsloser Zustand. Daran kann niemand ein Interesse haben.

Blockade der Baumeister durchbrechen

Nach der Landsgemeinde haben sich die Bauarbeiter zu einem spontanen Demozug geformt. In einer symbolischen Aktion haben sie dabei die Verhandlungsblockade der Baumeister durchbrochen.

Besserer Schutz bei Schlechtwetter und gegen Lohndumping

Die wichtigste Forderung der Bauarbeiter im neuen LMV ist ein besserer Schutz ihrer Gesundheit bei Schlechtwetter. Nebst dem Stress und dem enormen Termindruck dürfte dies mit ein Grund sein, dass Jahr für Jahr jeder fünfte Bauarbeiter verunfallt.

Gleichzeitig wollen die Bauarbeiter die Rente mit 60 für die Zukunft absichern. Zudem darf Lohndumping auf den Schweizer Baustellen nicht zur Regel werden. Daher fordern die Bauarbeiter bessere Instrumente gegen Lohndumping im neuen LMV.