Forderungen der Unia

Die Unia setzt sich seit langem für eine würdige Bewältigung der Asbest-Katastrophe ein. Anfang der 1980er Jahre engagierte sich die Gewerkschaft Bau und Holz, eine Vorgängerorganisation der Unia, an vorderster Front für das Asbestverbot von 1989. Der Entschädigungsfonds für Asbestopfer ist ein zweiter entscheidender Meilenstein.

Finanzierung des Entschädigungsfonds sicherstellen

Die Finanzierung des Entschädigungsfonds für Asbestopfer ist nur für die ersten Jahre gesichert. Die Unia erwartet, dass die nötigen Gelder innert nützlicher Frist gesichert werden. Sie fordert Branchen, Unternehmen sowie die Gebäudeversicherer, die sich noch nicht beteiligt haben, auf, ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen.

Präventionsmassnahmen bleiben zentral

Zahlreiche Arbeitnehmende, vor allem im Ausbaugewerbe, sind noch auf Jahre hinaus bei Rückbau-, Umbau- und Renovationsarbeiten einem Expositionsrisiko ausgesetzt. Für solche Arbeiten an Gebäuden, die vor 1990 erstellt wurden, muss nun zwingend die in der neuen Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (VVEA) eingeführte Ermittlungspflicht auf Asbestvorkommen durchgesetzt werden.

Gerechtere Risikoverteilung zwischen den Branchen

Die Last für die Asbest-Katastrophe ist heute ungerecht verteilt. So muss z.B. die Schreinerbranche mit Kosten von bis zu  100 Mio. Franken rechnen, während Branchen wie Finanz- und andere Dienstleister keinen Rappen aufbringen müssen. In Frankreich hat z.B. die Politik die Folgen des Asbests als «unvorhersehbares Grossereignis» deklariert und von allen Firmen eine Abgabe gefordert. Die Gewerkschaften haben sich für die Schaffung einer Suva-internen Rückversicherung eingesetzt, die am 1. Januar 2019 in Kraft treten soll und die hauptsächlich betroffenen Branchen entlastet.

Engagement auf internationaler Ebene

Weltweit kennt bisher nur ein Viertel der Länder ein Asbestverbot. Die Schweiz sollte sich stärker als bisher in den internationalen Gremien engagieren mit dem Ziel, die Zahl der Länder mit Asbestverbot rasch zu erhöhen. Die Unia als Gewerkschaft wird sich weiterhin in ihren europäischen und internationalen Netzwerken aktiv an der Ausgestaltung und Umsetzung von Asbestkampagnen engagieren.