Solidarisch aus der Krise

Coronaviren attackieren Frau

Nach wie vor stecken wir mitten in der Corona-Krise. Tieflohnberufe aufwerten, gesellschaftliche Solidarität, Arbeitnehmende mitbestimmen lassen und ein griffiges Konjunkturprogramm für den ökosozialen Umbau: Das braucht es jetzt, damit wir diese Krise überwinden.

Die Covid-19-Krise zeigt deutlich: Nur soziale Sicherheit macht uns stark, nur gesellschaftliche Solidarität bringt uns voran. Sie sind das Gebot der Stunde. Wir fordern:

  • Arbeitsplätze und Kaufkraft erhalten: 60 Milliarden Franken Staatshilfe garantiert der Bund den Firmen, damit sie Arbeitsplätze erhalten und Löhne weiterzahlen. Aber, während die Dividenden fliessen, steigen die Arbeitslosenzahlen und über eine Million Arbeitnehmende leiden unter Einkommenseinbussen. Das darf nicht sein. Keine Corona-Entlassungen und 100 Prozent Lohnersatz in der Kurzarbeit bis zu einem Nettoeinkommen von 5000 Franken.
  • Rechte der Arbeitnehmenden stärken: Es braucht überall allgemeinverbindliche Gesamtarbeitsverträge (GAV), mit starken Mindestlöhnen und regelmässigen generellen Lohnerhöhungen – nicht zuletzt auch für die aktuell vielbeklatschten essentiellen «Frontjobs» im Verkauf, in der Pflege und in der der Logistik. Eine Verschlechterung des Arbeitsgesetzes oder sonstige Deregulierungen kommen nicht in Frage, denn Lohnverzicht oder prekäre Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten schaden allen.
  • Soziale Not verhindern: Zu viele Menschen fallen durch das Sicherheitsnetz. Für alle, die weder Leistungen der Arbeitslosenversicherung noch der Erwerbsersatz-Ordnung beanspruchen können, muss der Bundesrat sofort einen nationalen Covid-19-Überbrückungsfonds einrichten.

Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz geht alle an

Die Krise der öffentlichen Gesundheit ist nicht vorbei. Es braucht eine wirksame Strategie, die die Gesundheit, die Arbeit und das soziale Leben der Menschen ins Zentrum stellt. Dazu sind Schutzkonzepte und wirksame Kontrollmassnahmen in der Arbeitswelt nötig. Für nachhaltige Lösungen müssen die Angestellten auch beim Gesundheitsschutz mitbestimmen können und die Gewerkschaften zwingend einbezogen werden.

Mehr Respekt: essentielle Berufe aufwerten

Die Covid-19-Krise zeigt, wie stark die Gesellschaft von Hunderttausenden in schlecht bezahlten Dienstleistungsberufen – in der Pflege, im Verkauf, in der Logistik oder in der Reinigung – abhängt. Jetzt gilt es die richtigen Schlüsse zu ziehen: Die Unia fordert die Aufwertung dieser «essentiellen» Berufe, in denen vor allem Frauen arbeiten; verbindliche GAV mit anständigen Arbeitsbedingungen und Löhne, die zum Leben reichen.

Mehr Solidarität: Diese Krise dürfen nicht die Arbeitnehmenden zahlen!

Während die Börsen mit Gratis-Geld geflutet werden, müssen die sozial Schwächeren die Hauptlast der Corona-Krise tragen. Weit über eine Million Arbeitnehmende müssen in der Kurzarbeit schmerzhafte Einkommensverluste in Kauf nehmen. Die Arbeitslosigkeit nimmt massiv zu. Und prekär Beschäftigte oder Papierlose stehen vor dem Nichts. Die Unia verlangt den 100-Prozent-Ersatz der Lohnausfälle infolge Kurzarbeit bei tiefen Einkommen, ein Kündigungsverbot für Firmen, welche staatliche Gelder in Anspruch nehmen, sowie einen Covid-19-Überbrückungsfonds für alle prekär Beschäftigten, die in eine Notlage geraten.

Solidarisch aus der Krise: Für den ökosozialen Umbau der Gesellschaft

Die neoliberale Politik hat viele Menschen arm und verletzlich gemacht, die sozialen Gräben vertieft und die Umwelt zerstört. Einen weiteren Raubbau können wir uns schlicht nicht leisten. Es braucht einen grundsätzlichen Politikwechsel.

Jeder Solidaritäts-Franken für die sozial Schwächeren, jede Lohnerhöhung und jeder Ausbau der Sozialversicherungen stärkt die Kaufkraft und trägt zur Überwindung der Rezession bei. Darüber hinaus braucht es Investitionen in ein ökosoziales Konjunkturprogramm in den Bereichen Energieeffizienz, erneuerbare Energien, öffentliche Infrastrukturen und Bildung. Damit können wir ökologisch und sozial nachhaltige Arbeitsplätze schaffen und zusammen mit einer Arbeitszeitreduktion bei vollem Lohnausgleich gute Arbeit für alle sicherstellen.

«Solidarität. Jetzt erst recht!»

Drei Livestreams vom 1. Mai 2020: live aus dem Volkshaus in Zürich und zwei Diskussionsrunden über Zoom zur aktuellen Situation.