Wichtige Neuerungen des L-GAV 2017

Ein Koch bei der Arbeit

In mehr als 30 Verhandlungsrunden während über zwei Jahren haben Gewerkschaften und Arbeitgeber um den neuen Landes-Gesamtarbeitsvertrag (L-GAV) gerungen. Seit 1. Januar 2017 ist er in Kraft.

Die Gewerkschaften konnten alle wichtigen Errungenschaften im L-GAV erfolgreich verteidigen. Für die Arbeitnehmenden im Gastgewerbe und der Hotellerie heisst das konkret:

Neue Mindestlöhne

Der L-GAV legt die Mindestlöhne für das Gastgewerbe und die Hotellerie fest. Ab dem 1. April 2018 betragen diese:

  • 3'435 Franken für Ungelernte
  • 3'637 Franken mit Progresso-Ausbildung
  • 3'737 Franken mit Berufsattest
  • 4'141 Franken mit Fähigkeitszeugnis
  • 4'243 Franken mit Fähigkeitszeugnis und Weiterbildung
  • 4'849 Franken mit Berufsprüfung

Wenn Sie eine Stelle antreten, kann Ihr Lohn während einer Übergangszeit bis zu 8% tiefer sein. Die Unia hat erreicht, dass die Dauer der Lohnreduktion kürzer ist und die Arbeitgeber danach die regulären L-GAV-Löhne bezahlen müssen.

Eine Lohnreduktion gilt heute für:

  • Ungelernte während 12 Monaten bei der 1. Anstellung in einem L-GAV-Betrieb. Ab der 2. Anstellung während 3 Monaten (vorher 6).
  • Für Gelernte während 3 Monaten bei der 1. Anstellung in einem L-GAV-Betrieb.

Aus- und Weiterbildung stärker gefördert

  • Mehr Beschäftigte sollen sich weiterbilden dürfen. Die Sozialpartner haben als Ziel definiert, dass 1% der Angestellten pro Jahr an einem entsprechenden Kurs teilnehmen können. Heute sind es viel weniger.
  • Die Bildungsangebote des L-GAV wurden im neuen L-GAV 2017 durch die Möglichkeit einer Zusatzfinanzierung gesichert.

Vaterschaftsurlaub erhöht

Der Vaterschaftsurlaub beträgt neu fünf statt bisher drei Tage.

Kontrollen verbessert

Die Kontrollstelle des L-GAV überprüft, ob die unterstellten Betriebe die Bedingungen des Gesamtarbeitsvertrags einhalten. Sie erhält neu bessere Möglichkeiten für den Vollzug:

  • Sie kontrolliert Betriebe neu auch unangemeldet.
  • Sie berät und kontrolliert neue Betriebe gezielt.S
  • Sie prüft breitflächiger in Regionen, die den L-GAV weniger gut einhalten.
  • Bei ausstehenden Lohnansprüchen fordert sie die Arbeitgeber zur Zahlung auf.

L-GAV gilt mindestens bis 2020

Der L-GAV 2017 ist am 1. Januar 2017 in Kraft getreten und sichert die Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmenden im Gastgewerbe und der Hotellerie mindestens bis Ende 2020.

Näheres zu den Mindestlöhnen und dem 13. Monatslohn erfahren Sie auf der Seite Löhne.