Zum Beispiel LafargeHolcim

Internationale gewerkschaftliche Protestaktion vor der Generalversammlung 2018 von LafargeHolcim

Wie andere Multis sorgt auch der Zementhersteller LafargeHolcim mit Sitz in Rapperswil-Jona (SG) immer wieder für negative Schlagzeilen.

Die Bilanz schreit zum Himmel: 2016 verunfallten 86 Holcim-Beschäftigte tödlich, 2017 waren es 65 und auch im laufenden wurden schon zahlreiche Tote vermeldet. Viele Unfälle mit teils gravierenden Verletzungen sind nicht mitgezählt.

LeiharbeiterInnen als Freiwild

Oft sind es LeiharbeiterInnen, die in Indien und Indonesien zu Billiglöhnen beschäftigt werden und die gefährlichsten Arbeiten erledigen müssen. So jener Arbeiter im indischen Bundesstaat Chhattisgarh, der im Mai allein ein Förderband mit Erz belädt. Der Arbeiter verfängt sich im Förderband und wird drei Kilometer mitgeschleift – unterwegs verstirbt er.

Arbeitssicherheit? Ein Hohn!

In einem anderen Werk in Indien (Chandrapur) wird Anfang 2018 ein 32-Jähriger zwischen einer schweren Beladungsmaschine und einem Förderwagen zerquetscht. Nach dem Unfall protestieren die Arbeiter – vergeblich. Nur drei Tage später kommt es bei derselben Maschine zu einem neuen Defekt – nur durch Glück kommt niemand zu Schaden.

Konzern lässt Abkommen platzen

Seit Jahren fordern die Gewerkschaften Verbesserungen bei der Arbeitssicherheit und beim Arbeitnehmerschutz. Anfang 2018 hätte ein globales Rahmenabkommen zwischen ihnen und dem Konzern unterzeichnet werden sollen. Doch der neue Holcim-CEO Jan Jenisch liess es in letzter Minute platzen. Er gilt als Hardliner und sein Auftrag ist es, den Aktienkurs zu verdoppeln, wie dies Hauptaktionär Thomas Schmidheinys nach der Fusion mit Lafarge verlangte.

Kinderarbeit in Afrika

Vor zwei Jahren wurde aufgedeckt, dass eine ugandische Tochterfirma von LafargeHolcim über zehn Jahre lang von der Arbeit von rund 150 Kindern und Jugendlichen profitierte. Als der Skandal bekannt wurde, wechselte die Firma den Lieferanten und bezieht seit 2017 nur noch Rohstoff aus mechanisierten Steinbrüchen mit erwachsenen Arbeitskräften.

Fremdwort Wiedergutmachung

Obwohl die Kinder für den gefährlichen Job die Schule vernachlässigten und ihre Gesundheit gefährdeten, will LafargeHolcim bis heute nichts von Wiedergutmachung wissen. Es baute in einer Schule zwar ein paar Toiletten und lancierte Programme zur Gesundheitsberatung und Einkommenssteigerung von Familien. Die ehemaligen KinderarbeiterInnen stehen aber noch immer ohne Hilfe und berufliche Perspektiven da.

Konzerninitiative zwingend notwendig

Freiwillige Massnahmen seitens der Unternehmen reichen nicht aus, damit sie ihre Sorgfaltspflicht wahr nehmen, die Arbeits- und Menschenrechte einhalten und bei Schäden Wiedergutmachung leisten. Deshalb ist die Konzernverantwortungsinitiative dringend nötig. Sie will verbindliche Regeln schaffen, die alle einhalten müssen.